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RIW 2002, 308
Vorpeil, Klaus 
Vorpeil, Klaus
Neuere Entwicklungen im englischen Handels- und Wirtschaftsrecht

RIW 2002, 308 (Heft 4)
I. Rechtsprechung1. Zwangserwerb von Gesellschaftsanteilen nach Sec. 429 Companies Act 1985Da der Mechanismus von Übernahmeangeboten unterschiedlich sei, könne es verschiedene Regelungen für Angebote und Annahmen für Personen mit Sitz im Vereinigten Königreich und solchen mit Sitz außerhalb des Vereinigten Königreichs geben. Die Wirksamkeit des Angebots selbst werde hierdurch nicht berührt. Eine ausländische Gesellschaft, die kein Übernahmeangebot erhalte, weil ein solches auf Grund von aufwendigen und kostenintensiven Erfordernissen nach bestimmten Vorschriften auf dem Gebiet ihres Staats nicht unterbreitet worden sei, könne einen Zwangserwerb nach Sec. 429, 430 Companies Act 19851Siehe den auszugsweise wiedergegebenen Text dieser Vorschriften bei Vorpeil,RIW 2001, 449, Fn. 4 und 5. nicht verhindern.Court of Appeal, Urteil vom 11. 5. 2001, Winpar Holdings Ltd. v. Joseph Holt Group plc.2Vgl. The Times vom 24. 5. 2001; zur vorinstanzlichen Entscheidung siehe Vorpeil,RIW 2001, 449 (Nr. 2).2. Bewertung von Gesellschaftsanteilen bei gerichtlicher Anordnung des Erwerbs nach Sec. 459 Companies Act 1985Nach Sec. 459 Companies Act 19853Sec. 459 Companies Act 1985: »A member of a company may apply to the court by petition for an order under this Part on the ground that the company's affairs are being or have been conducted in a manner which is unfairly prejudicial to the interests of its members generally or of some part of its members ...« kann ein Minderheitsgesellschafter einer Gesellschaft die gerichtliche Anordnung beantragen, dass ein Mehrheitsgesellschafter verpflichtet wird, die Anteile eines Minderheitsgesellschafters zu erwerben, wenn die Geschäftspolitik ihn benachteiligt. Der Bewertungszeitpunkt bezüglich der Anteile sei grundsätzlich das Datum, an dem der gerichtliche Beschluss getroffen werde. In Einzelfällen könne das Gericht einen früheren Zeitpunkt bestimmen, wenn Gerechtigkeitsgesichtspunkte dies erforderten.Court of Appeal, Urteil vom 2. 7. 2001, Profinance Trust S.A. v. Gladstone4Vgl. The Times vom 7. 8. 2001.3. Ermessen des Gerichts bezüglich Ausschluss der Haftung eines director nach Sec. 727 Companies Act 1985Bei der Ausübung seines Ermessens gemäß Sec. 727 (1) Companies Act 19855Sec. 727 Companies Act 1985: »(1) If in any proceedings for negligence, default, breach of duty or breach of trust against an officer of a company ... it appears to the court ... that that officer or person is or may be liable in respect of the negligence, default, breach of duty or breach of trust, but that he has acted honestly and reasonably, and that having regard to all the circumstances of the case ... he ought fairly to be excused for the negligence, default, breach of duty or breach of trust, that court may relieve him, either wholly or partly, from his liability on such terms as it thinks fit. ...« habe das Gericht nicht nur zu berücksichtigen, ob der director ehrenhaft (subjektiver Test) und sachgemäß (objektiver Test) gehandelt habe, sondern auch, ob seine Haftung unter Berücksichtigung aller Umstände fairerweise ausgeschlossen sei, entweder absolut oder unter den Bedingungen, die das Gericht als angemessen ansehe.High Court (Chancery Division), Urteil vom 19. 7. 2001, Coleman Taymar Ltd. v. Oakes6Vgl. The Times vom 3. 9. 2001; PLC 2001 XII (7), 56 f.; PLC 2001 XII (9), 61.4. Verletzung der Treuepflichten eines ausscheidenden director durch Werbung gegenüber Kunden der GesellschaftS war managing director der Werbeagentur C. Er verließ diese Gesellschaft und gründete ein Konkurrenzunternehmen. S warb die Belegschaft von C ab und überredete die Hauptkunden von C, zu seiner neuen Gesellschaft zu wechseln. Die Ausnutzung einer fortbestehenden Geschäftsmöglichkeit könne als Missbrauch des Eigentums der Gesellschaft angesehen werden, zu der eine Treuepflicht bestanden habe. S habe eine angemessene Offenlegung gegenüber C unterlassen und vertrauliche Informationen missbraucht. Er sei daher persönlich gegenüber C haftbar entweder für den im Zusammenhang mit der Pflichtverletzung stehenden Gewinn oder einen angemessenen Schadensersatz.High Court (Chancery Division), Urteil vom 23. 5. 2001, CMS Dolphin Ltd. v. Simonet7Vgl. PLC 2001 XII (6), 74 f.5. Zivilrechtliches Verfahren über Abberufung eines director nach Abberufung auf Grund eines StrafverfahrensDie Fortsetzung eines zivilrechtlichen Verfahrens über die Abberufung als director8Siehe Sec. 2-6 Company Directors Disqualification Act 1986. (civil directors' disqualification proceedings) stelle normalerweise keine rechtsmissbräuchliche Inanspruchnahme des Gerichts dar, wenn ein gerichtlicher Beschluss über die Abberufung (disqualification order) bereits auf Grund des Ergebnisses eines Strafverfahrens gefasst worden sei9Siehe Sec. 2 Company Directors Disqualification Act 1986.. Denn bei den jeweiligen Verfahren seien verschiedene Parteien beteiligt, und die Verfahren hätten unterschiedliche gesetzliche Zwecke. Der Secretary of State sei keine Partei des strafrechtlichen Verfahrens, und ihm hätten dabei keine Mitwirkungsmöglichkeiten zugestanden. Der Zweck eines Strafverfahrens sei es nur, festzustellen, ob eine strafbare Handlung begangen worden sei. Die doctrine of double jeopardy sei nicht im Verhältnis zwischen zivilrechtlichen und strafrechtlichen Verfahren anwendbar.High Court (Chanvery Division), Urteil vom 16. 3. 2001, Secretary of State for Trade and Industry v. Rayna10Vgl. The Times vom 3. 4. 2001; PLC 2001 XII (5), 86 f.6. Zivilrechtliches Verfahren über Abberufung eines director nach StrafverfahrenEs liege keine missbräuchliche Inanspruchnahme des Gerichts bei der Einleitung eines zivilrechtlichen Verfahrens unter dem Company Directors Disqualification Act 1986 durch den Secretary of State for Trade and Industry vor, wenn kein Antrag auf Erlass eines Beschlusses über die Abberufung (disqualification order) eines director bei einem Verfahren vor einem Strafgericht gestellt worden sei, welches die Befugnis zum Erlass eines solchen Beschlusses gehabt hätte.High Court (Chancery Division), Urteil vom 3. 5. 2001, In re Dennis Hilton Ltd.11Vgl. The Times vom 4. 7. 2001.7. Kein Ruhen eines zivilrechtlichen Verfahrens über Abberufung eines director bei drohendem StrafverfahrenWenn aus demselben Grund, aus dem ein zivilrechtliches Verfahren über die Abberufung eines director anhängig sei, ein strafrechtliches Verfahren drohe, folge aus den menschenrechtlichen Vorschriften nicht, das Verfahren aus Gründen der Fairness ruhen zu lassen12Siehe Schedule 1, Art. 6 Human Rights Act 1998; Sec. 20 Company Directors Disqualification Act; siehe auch Sec. 11 Insolvency Act 2000.. Aus Art. 6 Human Rights Act 1998 folge kein Anspruch auf Ruhen des Verfahrens, bis das aus dem gleichen Grunde drohende Strafverfahren abgeschlossen sei. Es bestünde ein beachtliches öffentliches Interesse an der Durchführung eines Abberufungsverfahrens durch den Secretary of State. Ein Ruhenlassen eines solchen Verfahrens sei nur möglich, wenn es zum Schutz vor Unfairness notwendig sei.High Court (Chancery Division), Urteil vom 11. 4. 2001, Re Priority Stainless (UK) Ltd.13Vgl. PLC 2001 XII (7), 91 f.8. Zum Gesuch eines director auf AbberufungDer Secretary of State for Trade and Industry habe die Befugnis, die Annahme des Gesuchs eines director gemäß Sec. 1 A Company Directors Disqualification Act 1986 (geändert durch den Insolvency Act 2000), ihn abzuberufen, von der Bedingung abhängig zu machen, dass dem Gesuch eine Erklärung des director beigefügt werde, in der dieser die Grundlage dafür darlege, dass er zur Führung der Geschäfte der Gesellschaft unfähig sei14Siehe auch Sec. 7 (2 A) Company Directors Disqualification Act 1986..High Court (Chancery Division), Urteil vom 23. 5. 2001, Inre Blackspur Group plc. (No 2)15Vgl. The Times vom 5. 7. 2001; PLC 2001 XII (7), 65 f.; PLC 2001 XII (9), 81.9. Kein Anspruch des Konkursverwalters auf Herausgabe von Dokumenten für Verfahren nach dem Company Directors Disqualification Act 1986Ein Konkursverwalter (official receiver) habe keinen Anspruch, von den Anwälten oder Wirtschaftsprüfern, die für eine liquidierte Gesellschaft gehandelt haben, Dokumente zu erhalten, die als Beweismittel für ein Verfahren nach dem Company Directors Disqualification Act 1986 dienen sollten. Der official receiver sei nicht berechtigt, sich auf die Befugnisse zu berufen, die ihm durch Sec. 235, 236 Insolvency Act 198616Sec 235 Insolvency Act 1986: »... (2) Each of the persons mentioned in the next subsection shall - (a) give to the office-holder such information concerning the company ... as the office-holder may ... reasonably require, ...« Sec. 236 Insolvency Act 1986: »... (2) The court may, on the application of the office-holder, summon to appear before it - ... (c) any person whom the court thinks capable of giving information concerning the ... affairs or property of the company.« zum Zwecke der Ausübung der Funktion eingeräumt würden, mit der er vom Secretary of State for Trade and Industry nach Sec. 7 (1) (b) Company Directors Disqualification Act 198617Sec. 7 Company Directors Disqualification Act 1986: »(1) If it appears to the Secretary of State that it is expedient in the public interest that a disqualification order under Sec. 6 should be made against any person, an application for the making of such an order against that person may be made - ... (b) if the Secretary of State so directs in the case of a person who is or has been a director of a company which is being wound up by the court in England and Wales, by the official receiver. ...« betraut worden sei.Court of Appeal, Urteil vom 25. 7. 2001, In re Pantmaenog Timber Co. Ltd.18Vgl. The Times vom 8. 8. 2001, PLC 2001 XII (10), 92 f.10. Zur Abgrenzung zwischen einer fixed und einer floating charge an BuchforderungenRe New Bullas Trading Ltd.19Siehe hierzu Vorpeil,RIW 1994, 1055, 1057 (Nr. 12). sei falsch entschieden worden. Bei der Abgrenzung zwischen einer fixed und einer floating charge an Buchforderungen handele es sich nicht um eine Frage der Konstruktion. Vielmehr sei ein Zwei-Stufen-Verfahren anzuwenden. Zunächst müsse die charge ausgelegt werden, und zwar nicht aus dem Blickwinkel, ob eine fixed oder floating charge gewollt gewesen sei, sondern danach, welche Rechte und Pflichten sich die Parteien bezüglich der besicherten Vermögenswerte gegenseitig auferlegen wollten. Anschließend müsse das Gericht eine Einordnung der betreffenden charge vornehmen unter Berücksichtigung dieser Rechte und Pflichten und nicht unter Zugrundelegung der Absicht der Parteien. Dabei handele es sich um eine Rechtsfrage, und diese sei nicht von dem Willen der Parteien abhängig. Obwohl eine Forderung und deren Erlöse zwei verschiedene Vermögenswerte seien, seien Letztere nur die abgeleiteten Erlöse des Vermögenswerts der Forderungen und repräsentierten deren gesamten Wert. Der Versuch, die beiden Vermögenswerte zu trennen, mache wirtschaftlich keinen Sinn. Die Forderungserlöse, die an die Stelle der Forderungen träten, unterfielen von Anfang an einer floating charge. Bei einer als fixed charge bezeichneten Sicherheit an nicht eingezogenen Buchforderungen handele es sich um eine floating charge, wenn die Parteien beabsichtigten, dass der Sicherungsgeber frei sein solle, über die als Sicherheit dienenden Vermögenswerte zu verfügen und sie ohne Zustimmung des Sicherungsnehmers aus dem Bereich der Sicherheit herauszunehmen. Allein das Verbot, die Forderung abzutreten, zu belasten oder darüber im Rahmen eines Factoringgeschäfts zu verfügen, sei nicht ausreichend, um eine wirksame fixed charge zu bestellen. Dafür sei erforderlich, dass der Sicherungsgeber daran gehindert sei, die Forderungen einzuziehen und die Erlöse ohne Zustimmung des Sicherungsnehmers zu verwenden. Wesentlicher Punkt sei, ob es dem Sicherungsgeber zustehe, die nicht eingezogenen Forderungen für seine Rechnung einzuziehen. Das Kriterium, das die Rechtsnatur einer floating charge an nicht eingezogenen Buchforderungen bestimme, sei, dass die Handlung des Sicherungsgebers das Ereignis sei, welches die charge von einer fixed in eine floating charge umwandle oder bei zwei Sicherheiten die eine charge durch die andere ersetze. Entscheidend sei, ob die debenture so ausgestaltet sei, dass es in der Macht des Sicherungsgebers stehe, die nicht eingezogenen Buchforderungen durch eine eigene Handlung einzuziehen. Die Forderungserlöse hätten im vorliegenden Fall nicht zur freien Verfügung des Sicherungsgebers gestanden. Dies sei mit der Rechtsnatur einer floating charge unvereinbar, da die Forderungen dem Sicherungsgeber nicht als eine Quelle seines Cashflow zur Verfügung gestanden hätten. Es sei jedoch nicht ausreichend, wenn in der debenture geregelt sei, dass es sich bei dem betreffenden Konto, auf das die Forderungserlöse fließen sollten, um ein Sperrkonto handele, wenn es nicht tatsächlich als ein solches geführt werde.Privy Council, Urteil vom 5. 6. 2001, Agnew v. Inland Revenue (Re Brumark Investments Ltd.)20Vgl. PLC 2001 XII (6), 49 f.; siehe Vorpeil, IWB 2002, F. 5 Großbritannien, Gr. 5, (auch zu Hintergrund und Auswirkungen der Entscheidung auf die Praxis - erscheint demnächst); Bickle, IFLR August 2001, 14 ff.; Gardiner, IFLR August 2001, 66 f.11. Fixed charge an »other debts«Eine Gesellschaft bestellte eine fixed und eine floating charge zu Gunsten einer Bank. Nach der debenture sollte eine fixed charge an »all book debts and other debts« der Gesellschaft bestellt werden. Die Gesellschaft sollte diese Forderungen im normalen Geschäftsbetrieb einziehen. Sie durfte aber nicht anderweitig über die Forderungen verfügen. Es war nicht vorgesehen, dass die Erlöse aus den Buchforderungen auf ein separates Konto fließen sollten. Die Erlöse aus dem Verkauf von Vermögenswerten der Gesellschaft kurz vor der Verhängung der administrative receivership und anschließenden Liquidation seien »other debts« gewesen, die von der fixed charge erfasst worden seien, und hätten daher den bevorrechtigten Gläubigern (prefe-rential creditors) nicht zur Verteilung zur Verfügung gestanden. Der Begriff »other debts« sei als eine Art Auffangtatbestand zu verstehen, von dem alle Forderungen außer Buchforderungen erfasst werden sollten.High Court (Chancery Division), Urteil vom 2. 4. 2001, O'Donnell & Sons (Huddersfield) Ltd. v. Midland Bank plc.21Vgl. PLC 2001 XII (5), 87 f.; siehe oben Re Brumark Investments Ltd. (oben I. Nr. 10).12. Zinszahlungspflicht bei Ablösung einer HypothekWenn ein Dritter eine Hypothek22Das von dem Sicherungsgeber unterzeichnete Memorandum enthielt folgenden Passus: »The above mortgage amount will be paid back ... on ..., either by sale of the said premises or otherwise.« Dies wurde als Hypothek nach englischem Recht angesehen. zur Besicherung von Verbindlichkeiten einer anderen Person bestellt habe, müssten grundsätzlich Zinsen (equitable interests) zur Ablösung der Sicherheit gezahlt werden, auch wenn diese nicht ausdrücklich Zinsen vorsehe. Eine Ausnahme von diesem Grundsatz auf Grund der Umstände des Einzelfalls wurde von dem Gericht verneint.Court of Appeal, Urteil vom 31. 7. 2001, Al-Wazir v. Islamic Press Agency Inc.23Vgl. The Times vom 4. 10. 2001; PLC 2001 XII (9), 53.13. Relative Wirksamkeit einer nicht rechtswirksam registrierten HypothekB bestellte zu Gunsten einer Bank eine zweitrangige Hypothek (charge by way of legal mortgage) zur Besicherung eines Kredits. Die rechtswirksame Registrierung der Sicherheit scheiterte - vereinfacht ausgedrückt - an einem Formfehler. B unterbreitete seinen Gläubigern einen Vergleich (individual voluntary arrangement). Der belastete Grundbesitz wurde veräußert. Aus dem Verkaufserlös wurden der erstrangige Hypothekengläubiger und andere unbesicherte Gläubiger befriedigt sowie die Verfahrenskosten gedeckt. Die zweitrangige Gläubigerin machte gegenüber B und dessen Anwälten geltend, dass der Überschuss aus dem Verkaufserlös nach Befriedigung des erstrangigen Gläubigers treuhänderisch hätte verwaltet werden und sie daraus ihren Anteil vor den anderen unbesicherten Gläubigern hätte erlangen müssen. Eine nicht registrierte Hypothek sei nach Auffassung des Gerichts nur gegenüber dem Erwerber des Objekts nichtig. Aus Sec. 4 (5) Land Charges Act 1972 folge, dass die Rechtsbeziehungen zwischen den Parteien des Sicherheitenbestellungsvertrags durch die Nicht-Registrierung unberührt blieben, wenn das belastete Objekt veräußert werde. Das Sicherungsrecht bleibe zwischen den Parteien wirksam. Das Gericht bestätigte das allgemeine Prinzip, dass dem Hypothekengläubiger ein Recht an dem Wertzuwachs und dem Substitut des Objekts zustehe. Re Brumark Investments Ltd.24Siehe oben I. Nr. 10. sei auf Fälle der vorliegenden Art nicht anwendbar. Das Gericht entschied zu Gunsten der zweitrangig besicherten Bank25Zum Schutz einer auf der Grundlage einer rechtswidrigen Transaktion erlangten Rechtsposition unter bestimmten Voraussetzungen, siehe Court of Appeal, Urteil vom 22. 5. 2001, Mortgage Express v. Robson (vgl. PLC 2001 XII [6], 50)..Court of Appeal, Urteil vom 25. 7. 2001, Barclays Bank plc. v. Buhr26Vgl. PLC 2001 XII (8), 53.14. Zur Einhaltung von Formvorschriften bei verbundenen VerträgenDer Court of Appeal hatte sich unter dem Gesichtspunkt der Einhaltung der Formvorschrift nach Sec. 2 Law of Property (Miscellaneous Provisions) Act 1989 mit der Problematik eines verbundenen Vertrags bei einem Kaufvertrag über Grundbesitz zu befassen27Mangels Einhaltung der Formvorschrift des Sec. 2 Law of Property (Miscellaneous Provisions) Act 1989 wurde die Vereinbarung eines wirksamen und durchsetzbaren Sicherungsrechts (mortgage, charge oder andere Sicherheit) durch Schriftwechsel abgelehnt, wohl aber die Begründung einer sofort bindenden Sicherheit nach Sec. 53 (1) (a) Law of Property Act 1925 als vertretbar angesehen, High Court (Chancery Division), Urteil vom 26. 4. 2001, De Serville v. Argee Ltd. (vgl. PLC 2001 XII (5), 63 f.).. A schloss mit B einen Kaufvertrag über eine Immobilie. Abweichend von vorangegangenen Entwürfen wurde in dem Kaufvertrag ein bestimmtes Darlehen nicht aufgeführt. Beabsichtigt war - vereinfacht dargestellt -, dass B allein für das Darlehen haften, das Objekt verkaufen und das Darlehen aus den Verkaufserlösen tilgen sollte. A argumentierte später damit, dass der Kaufvertrag unwirksam sei, weil darin nicht geregelt sei, dass B allein für das Darlehen hafte. Nach Auffassung des Gerichts seien die Vereinbarungen bezüglich des Darlehens keine Bedingung des Kaufvertrags gewesen. B habe stets akzeptiert, dass sie für das Darlehen hafte. Die Rückzahlung des Darlehens sei kein Streitpunkt zwischen A und B gewesen und sei deshalb aus der endgültigen Version des Kaufvertrags herausgenommen worden. Es sei nicht die Frage gewesen, ob die Verpflichtungen bezüglich des Darlehens einen verbundenen Vertrag begründeten, sondern ob die vereinbarten Bedingungen in dem Vertrag enthalten gewesen seien. Dies wurde in dem zu entscheidenden Fall von dem Gericht bejaht, so dass ein formgültiger und durchsetzbarer Vertrag vorgelegen habe.Court of Appeal, Urteil vom 11. 4. 2001, Grossman v. Hooper28Vgl. PLC 2001 XII (5), 61 f.15. Zur Übertragung eines Teils eines hypothekarisch besicherten Objekts auf den HypothekengläubigerEin durch eine Hypothek besichertes Darlehen wurde notleidend. Zwischen dem Darlehensnehmer und dem Hypothekengläubiger wurde vereinbart, dass ein Teil des Objekts an einen Dritten veräußert werden und der Verkaufserlös der Darlehenstilgung dienen sollte; außerdem sollte der hälftige Anteil des verbleibenden Teils des Objekts auf den Hypothekengläubiger übertragen werden. Das Gericht wies den von dem Hypothekenschuldner erhobenen Einwand des wirtschaftlichen Zwangs bezüglich des Zustandekommens der Vereinbarung zurück. Diese stehe jedoch nicht mit den Grundsätzen der Besicherung durch eine Hypothek in Übereinstimmung. In einer Hypothek könne keine Regelung bezüglich des Kaufs eines Teils des belasteten Objekts oder einer darauf bezogenen Option enthalten sein. Hintergrund hierfür sei, dass das Sicherungsobjekt nach Erledigung des Sicherungszwecks in dem ursprünglichen Zustand an den Sicherungsgeber zurückgegeben werden müsse29Das Gericht erörterte die Frage der Berechtigung der doctrine of a clog on the equity of redemption..Court of Appeal, Urteil vom 28. 6. 2001, Jones v. Morgan30Vgl. The Times vom 24. 7. 2001; PLC 2001 XII (8), 54.16. Vertrauen auf Zusage eines anderen Anwalts bei ImmobilientransaktionenAußer unter besonderen Umständen handele der Anwalt des Verkäufers einer Immobilie nicht fahrlässig, wenn er auf die Zusageerklärung des Anwalts des Verkäufers vertraue, dass dieser im Zusammenhang mit der Abwicklung einer Immobilientransaktion für die Löschung einer Hypothek auf dem betreffenden Objekt aus dem Kaufpreis sorge. Das Gericht wies darauf hin, dass eine solche Vorgehensweise gängige und akzeptierte Praxis in England sei31Siehe auch Court of Appeal, Urteil vom 11. 7. 2001, Omar El-Wakil (vgl. PLC 2001 XII [8], 56 f.).Court of Appeal, Urteil vom 27. 7. 2001, Patel v. Daybells32Vgl. PLC 2001 XII (8), 58 f.17. Zur Wirksamkeit einer von einem Teil der partner einer partnership abgegebenen BürgschaftVier partners einer partnership unterzeichneten eine Bürgschaft zur Besicherung eines Überziehungskredits. Das Gericht entschied, dass die partnership nach Sec. 6 partnership Act 1890 dadurch rechtswirksam gebunden worden sei. Obwohl die ande-ren partners keinen Beschluss gefasst hätten, die Unterzeichner zur Herauslegung der Bürgschaft zu autorisieren, sei anhand des Beweismaterials klar, dass die übrigen partners über die Abreden mit dem Kreditnehmer einschließlich der Sicherheitenbestellung informiert gewesen seien und ihnen bewusst gewesen sei, dass die Gewährung der Bürgschaft ein wesentlicher Bestandteil des Gesamtkonzepts gewesen sei. Nachfolgend habe es auch keinen Dissens mit den anderen partners gegeben. Außerdem sei die Bank nicht über eine mangelnde Befugnis informiert worden. Es sei deshalb sachgemäß, davon auszugehen, dass die Zustimmung der anderen partners vorgelegen habe. Die vier partners hätten die Bürgschaft im Namen der Gesellschaft abgegeben. Die Bank habe zwar kein Interesse daran gehabt, eine persönliche Bürgschaft von den partners zu erhalten. Nach dem Wortlaut der Bürgschaft sei es aber auch keine Voraussetzung der Bürgschaft gewesen, dass die partners nicht durch die Bürgschaft gebunden seien, wenn die Gesellschaft nicht gebunden sei.High Court (Chancery Division), Urteil vom 21. 5. 2001, Bank of Scotland v. Henry Butcher & Co.33Vgl. PLC 2001 XII (6), 50 f.18. Erhöhung der Verbindlichkeiten eines Mitbürgen bei Besicherung einer gemeinsamen Bürgschaft durch eine HypothekHerr S verbürgte sich gegenüber einer Bank für die Verbindlichkeiten einer Gesellschaft in Höhe von 150 000 £. Diese Bürgschaft wurde unterlegt durch eine von den Eheleuten S zu Gunsten der Bank bestellte Hypothek (mortgage) auf deren als Familienwohnsitz dienenden Immobilie. In der Hypothek wurde geregelt, dass diese nur zur Sicherung von Forderungen bestellt werde, die den vorgenannten Betrag nicht übersteigen würden. Frau S konnte nach Klausel 21 der Hypothek keine Forderung gegen ihren Ehemann oder die Bank geltend machen, bis alle Forderungen der Bank gegen Herrn S erfüllt worden seien34»... all ... liabilities incurred by the customer to the Bank shall have been paid or discharged in full ... the mortgagor shall not ... make any claim in competition with the Bank ... or be entitled to ... have the benefit of any security ... held by the Bank for any monies or liabilities ... incurred by the customer to the Bank ...«. Herr S stellte später auf Drängen der Bank weitere Bürgschaften. Dies geschah ohne Kenntnis und Zustimmung von Frau S. Die Gesellschaft erfüllte ihre Verbindlichkeiten nicht. Die Bank erlangte ein Urteil auf Zahlung des vollen Betrags der Bürgschaften. Sie wollte das Urteil vollstrecken und erhielt eine charging order absolute über den Anteil von Herrn S an dem belasteten Objekt. Frau S zahlte einen Betrag in Höhe von 150 000 £. Sie war der Auffassung, dass ihr Anspruch gegenüber ihrem Ehemann nach Sec. 5 Mercantile Law Amendment Act 185635Sec. 5 Mercantile Law Amendment Act 1856: »Every person who, being surety for the debt ... of another, ... shall pay such debt ..., shall be entitled to have assigned to him ... every ... other security which shall be held by the creditor in respect of such debt ..., whether such ... security shall or shall not be deemed at law to have been satisfied by the payment of the debt ..., and such person shall be entitled to stand in the place of the creditor, ... in order to obtain from the principal debtor ... indemnification for the advances made ... by the person who shall have so paid such debt ...« an die Stelle des Sicherungsrechts der Bank an dem Anteil ihres Ehemanns an dem Objekt trete. Es solle daher kein Verkauf des Objekts angeordnet werden. Die Bank berief sich auf Klausel 21 und machte Vorrang geltend. Das Gericht kam zu dem Ergebnis, dass die Bank sich nicht auf Klausel 21 berufen könne, weil sie nicht das Einverständnis von Frau S zu den weiteren Bürgschaften eingeholt habe.Court of Appeal, Urteil vom 20. 7. 2001, Lloyds TSB Bank plc. v. Shorney36Vgl. The Times vom 25. 10. 2001; PLC 2001 XII (8), 52 f.19. Zur Wirksamkeit einer durch formell unbefugte Person abgegebenen guaranteeG übte Bautätigkeiten auf dem Grundbesitz der B Ltd. (B) aus. Herr B war der Mehrheitsgesellschafter und einzige director dieser Gesellschaft. Frau B war der einzige director und Mehrheitsgesellschafter der Bauträgergesellschaft L Ltd. (L). Auf Grund schlechter Bonität von L forderte G eine guarantee von B zur Absicherung für den Fall, dass L ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkomme. Frau B gab gegenüber G eine solche guarantee auf einem Briefbogen von B ab. G bestätigte den Erhalt dieser Erklärung gegenüber B. Das Gericht kam zu dem Ergebnis, dass eine wirksame guarantee vorliege. Frau B sei befugt gewesen, die Erklärung im Namen von B abzugeben. Da sowohl Herr als auch Frau B die gleiche Projektentwicklung betrieben hätten, sei Herrn B bekannt gewesen, dass die guarantee im Namen von B abgegeben worden sei. Nach allgemeinen Auslegungsregeln37Siehe ICS Ltd. v. West Bromwich BSS ([1998] 1 WLR 896). sei eindeutig gewesen, dass es die Absicht von B gewesen sei, die guarantee gegenüber G herauszulegen.High Court (Queen's Bench Division), Urteil vom 6. 4. 2001, Gransden & Co. Ltd. v. Ballard (Kent) Ltd.38Vgl. PLC 2001 XII (5), 55 f.20. Missbräuchliche Inanspruchnahme eines performance bondEine Garantiebank hatte Leistungen aus einem performance bond mit der Begründung verweigert, dass dessen Herauslegung durch kollusives Zusammenwirken bzw. falsche Darstellungen seitens des Garantieauftraggebers und des Garantiebegünstigten bewirkt worden sei. Außerdem hatte sie eingewandt, dass es sich bei dem zu Grunde liegenden Vertrag um ein Scheingeschäft gehandelt habe. Die Haftung einer Bank könne ausgeschlossen sein, wenn ein Finanzinstrument wie ein performance bond auf Grund kollusiven Zusammenwirkens oder falscher Darstellungen seitens des Garantieauftraggebers und des Garantiebegünstigten herausgelegt worden sei. Der Antrag des Garantiebegünstigten auf Erlass eines Urteils im summarischen Verfahren (summary judgement) auf Zahlung aus der Garantie könne zurückgewiesen werden, wenn die Bank eine begründete Aussicht auf Rechtfertigung ihrer Verweigerung der Zahlung aus der Garantie habe, weil diese durch betrügerische Manipulation erlangt worden sei. An die Durchbrechung des »Cash-Prinzips« bei Garantien im Falle einer rechtsmissbräuchlichen Inanspruchnahme seien hohe Anforderungen zu stellen. Der Beweis eines fraud müsse eindeutig sein.Court of Appeal, Urteil vom 3. 7. 2001, Solo Industries UK Ltd. v. Canara Bank39Vgl. The Times vom 31. 7. 2001; PLC 2001 XII (7), 55 f.; siehe Vorpeil, AW-Prax 2002, (erscheint demnächst); Friedman/Young, IFLR August 2001, 17 f.21. Zur Fälligkeit eines Darlehens ohne FälligkeitsabredeEin Darlehen ohne eine Regelung über den Fälligkeitszeitpunkt sei sofort ohne vorherige Aufforderung zur Rückzahlung fällig. Allerdings müssten die Umstände des Einzelfalls berücksichtigt werden. Im vorliegenden Fall sei in Betracht zu ziehen gewesen, dass der Darlehensgeber einen 50%igen Anteil an der darlehensnehmenden Gesellschaft gehabt habe und dass die Gesellschaft durch die Rückforderung in eine finanzielle Zwangslage hätte geraten können.High Court (Chancery Division), Urteil vom 20. 7. 2001, Longstaff International Ltd. v. Evans22. Zum bereicherungsrechtlichen Rückforderungsanspruch einer Bank bei Gutschrift auf falschem KontoEin Betrag über 76 708 US-$, der für einen anderen Bankkunden mit einem ähnlichen Namen bestimmt war, wurde von einer Bank irrtümlich dem Konto der S gutgeschrieben. S erwartete zu der betreffenden Zeit eine Zahlung in Höhe von 70 000-78 000 US-$ von einem Kunden und stand diesbezüglich mitder Bank in Kontakt. Die Bank teilte S die Gutschrift des erwarteten Betrags auf deren Konto mit. In der Annahme, dass eine Zahlung seitens ihres Kunden aus dem Grundgeschäft vorgelegen habe, brachte S Ware im Wert von 13 180 £ zum Versand. Als die Bank den Irrtum entdeckte, verlangte sie Rückzahlung des vollen Gutschriftsbetrags. Der Kunde der S existierte zu diesem Zeitpunkt nicht mehr als Handelsgesellschaft. S machte der Bank gegenüber auf Grund der erfolgten Gutschriftsanzeige den Einwand der Verwirkung durch Irreführung (estoppel by representation)40Der Begriff der estoppel bedeutet die Verwirkung des Rechts, einen Tatbestand oder eine Rechtslage geltend zu machen, da mit Treu und Glauben unvereinbar. geltend. Das Gericht entschied, dass S sich darauf aber nur in Höhe seines tatsächlichen Schadens (13 180 £) berufen könne.Court of Appeal, Urteil vom 22. 6. 2001, National Westminster Bank plc. v. Somer International (UK) Ltd.23. Verbraucherkredit und MenschenrechtskonventionSec. 127 (3) Consumer Credit Act 197441Sec. 127 Consumer Credit Act 1974: »... (3) The court shall not make an enforcement order under section 65 (1) if section 61 (1) (a) (signing of agreements) was not complied with unless a document (whether or not in the prescribed form and complying with regulations under section 60 [1]) itself containing all the prescribed terms of the agreement was signed by the debtor or hirer (whether or not in the prescribed manner).« sei unvereinbar mit Art. 6 EMRK und Art. 1 Protokoll Nr. 1 zur EMRK42Zur Frage, ob es sich bei der Verpflichtung zur Zahlung ausstehender Rückstände aus einem früheren Kredit aus neuen Kreditmitteln bei einem neuen Verbraucherkredit insoweit um einen Kredit oder Kreditkosten handelt, siehe Court of Appeal, Urteil vom 20. 7. 2001, Watchtower Investments Ltd. v. Payne (vgl. The Times vom 22. 8. 2001)..Court of Appeal, Urteil vom 2. 5. 2001, Wilson v. First County Trust Ltd. (No 2)43Vgl. The Times vom 16. 5. 2001; PLC 2001 XII (5), 58 f.; s. auch PLC 2001 XII (1), 52.24. Unredliche Beeinflussung eines DrittsicherungsgebersNach der Leitentscheidung des House of Lords in dem O'Brien-Fall muss ein Sicherungsnehmer durch geeignete Maßnahmen sicherstellen, dass ein Drittsicherungsgeber ordnungsgemäß über die Tragweite der Sicherheitenbestellung aufgeklärt wird, und darauf achten, dass dieser neutralen Rechtsrat einholt. Ein Drittsicherungsgeber kann unter bestimmten Umständen im Falle einer unredlichen Beeinflussung (undue influence) durch den Schuldner mit Erfolg die Unwirksamkeit der Sicherheitenbestellung geltend machen44Siehe Vorpeil,RIW 2001, 849, 851 (Nr. 13) m. w. N..Wenn beabsichtigt ist, dass eine Ehefrau ihren Anteil an der als Familienwohnsitz dienenden Immobilie für die Verbindlichkeiten ihres Ehemanns oder dessen Geschäft zu Gunsten einer Bank als Sicherheit zur Verfügung stellen soll, müssten in Zukunft klare und einfache Verfahren als Mindestvoraussetzungen eingehalten werden, um die Ehefrau zu schützen und das Risiko, dass sie von ihrem Ehemann getäuscht oder gezwungen worden sei, auf ein akzeptables Niveau zu reduzieren. Dann könne der Darlehensgeber darauf vertrauen, dass die Sicherheit durchsetzbar sei.House of Lords, Speeches vom 11. 10. 2001, Royal Bank of Scotland plc. v. Etridge45Vgl. The Times vom 17. 10. 2001, PLC 2001 XII (10), 62 ff.; siehe auch Vorpeil,RIW 1999, 693, 696 (Nr. 15).25. Erfüllungsort einer negativen vertraglichen VerpflichtungErfüllungsort einer vertraglichen Verpflichtung, bestimmte Personen nicht zu kontaktieren, sei das Land des Sitzes der Personen, die nicht kontaktiert werden sollten, und nicht das Land am Sitz der Person, die die negative Verpflichtung abgegeben habe, bestimmte Personen nicht zu kontaktieren. Diese negative Verpflichtung habe keinen echten Bezug zu dem letztgenannten Land, weil der Person, die die charakteristische Leistung nach der Vereinbarung zu erbringen habe, diese Verpflichtung in der ganzen Welt einzuhalten habe46Das Gericht analysierte Art. 4 Abs. 1, 2 und 5 des Europäischen Schuldvertragsübereinkommens, das durch den Contracts (Applicable Law) Act 1990 in englisches Recht transformiert worden ist..High Court (Chancery Division), Urteil vom 11. 5. 2001, Kenburn Waste Management Ltd. v. Bergmann47Vgl. The Times vom 9. 7. 2001.26. Persönliche Schadensersatzansprüche eines Gesellschafters neben solchen der GesellschaftEin Gesellschafter könne keine Schadensersatzansprüche wegen Verletzung einer Sorgfaltspflicht für solche Schäden geltend machen, die lediglich das Spiegelbild eines Schadens der Gesellschaft seien, an der er als Gesellschafter beteiligt sei. Dies gelte unabhängig davon, dass die Gesellschaft selbst nicht mehr willens oder in der Lage gewesen sei, Schadensersatzansprüche wegen derselben Sorgfaltspflichtverletzung geltend zu machen48Zum Anspruch auf Schadensersatz hinsichtlich der Kosten eines Wirtschaftsprüfers bei erfolgreicher Verteidigung gegen einen von der ihn bestellenden Gesellschaft gegen ihn geltend gemachten Anspruch, siehe High Court (Chancery Division), Urteil vom 12. 7. 2001, John v. Price Waterhouse (vgl. The Times vom 22. 8. 2001)..High Court (Chancery Division), Urteil vom 24. 7. 2001, Giles v. Rhind49Vgl. The Times vom 6. 8. 2001; siehe auch Johnson v. Gore Wood & Co. (hierzu Vorpeil,RIW 2001, 849 [Nr. 1]).27. Angemessene Zeit zur Durchführung eines VertragsDa ein Vertrag keinen bestimmten Zeitraum für die Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen vorsah, legte das Gericht diesbezüglich unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls einen angemessenen Zeitraum fest.High Court (Chancery Division), Urteil vom 8. 6. 2001, Sutliff v. Thirkell50Vgl. PLC 2001 XII (7), 61 f.28. Verjährungsbeginn bei unterlassener Registrierung durch AnwaltEin Anwalt wurde damit beauftragt, zu Gunsten seines Mandanten bestimmte Rechte an einer Immobilie zu sichern. Das dazu von dem Anwalt erstellte Dokument gewährte ihm jedoch nur eine schwächere Rechtsposition. Nach Ablauf der allgemeinen Verjährungsfrist von sechs Jahren nach dem Limitation Act 1980 erhob der Mandant Klage gegen den Anwalt und stützte sich dabei auf Sec. 32 Limitation Act 1980. Nach dieser Vorschrift beginnt die Verjährungsfrist bei einer absichtlichen Verheimlichung einer Sorgfaltspflichtverletzung nur, wenn der Betroffene davon Kenntnis erlangt oder bei Anwendung angemessener Sorgfalt hätte erlangen können. Die Erstellung des Dokuments sei als vorsätzliche Sorgfaltspflichtverletzung i.S.v. Sec. 32 Limitation Act 1980 zu werten.Court of Appeal, Urteil vom 20. 2. 2001, Cave v. Robinson Jarvis & Rolf29. Sorgfaltspflicht eines Anwalts gegenüber Dritten (Darlehensnehmer)Obwohl einen Rechtsanwalt grundsätzlich bei der Pflichterfüllung gegenüber seinen Mandanten keine Sorgfaltspflicht im Verhältnis zu einem Dritten treffe, könne auf Grund der Umstände des Einzelfalls eine differenzierende Betrachtungsweise geboten sein. Aus Gerechtigkeitsgründen könne aber im Einzelfall eine Sorgfaltspflicht gegenüber einem Dritten bestehen, wenn der Anwalt bezüglich eines Darlehensvertrags einen Auftrag von seinem Mandanten erteilt bekommen habe und wussteoder hätte wissen müssen, dass der Darlehensnehmer (Dritter) keinen unabhängigen Rechtsrat einholen, sondern auf ihn vertrauen würde51Zur Einschränkung des Legal Professional Privilege bei Kommunikation zwischen Rechtsanwalt und Mandanten, siehe Morgan Grenfell v. Special Commissioner ([2001] 1 All ER 535) und C v. C ([2001] EWCA Civ 469)..Court of Appeal, Urteil vom 23. 5. 2001, Dean v. Allin & Watts52Vgl. The Times vom 28. 6. 2001; siehe auch Court of Appeal, Urteil vom 27. 7. 2001, Queen Elizabeth's Grammar School Blackburn Ltd. v. Banks Wilson Solicitors (hierzu PLC 2001 XII (9), 57).30. Verfügung über gemeinschaftliches Investmentkonto im TodesfallDer verstorbene A eröffnete bei einer Bank ein gemeinschaftliches Investmentkonto auf seinen Namen und auf den von C. In dem dazugehörigen Eröffnungsantrag wurde geregelt, dass dem Längstlebenden die Guthaben auf dem Konto zustehen sollten53»We confirm that the funds and assets deposited with you and which may hereinafter be deposited shall be in our beneficial ownership and shall not be held by us upon trust for any other person or persons whomsoever ... We fully understand that in the event of the death of one or more of us, the survivor or survivors shall remain and be entitled to the entire assets deposited with you for the account.«. In dem zu entscheidenden Fall kam das Gericht zu dem Ergebnis, dass A beabsichtigte, C ein Recht (beneficial interest) an den Vermögenswerten auf dem Konto einzuräumen. Die Bedingungen des Auftrags seien klar gewesen und könnten nicht anders verstanden werden als eine Bekundung der Absicht, dass das materielle Eigentumsrecht an dem Kontoguthaben A und C gemeinschaftlich und später dem Längstlebenden alles zustehen solle. Eine Treuhandkonstruktion zu Gunsten von C wurde von dem Gericht verneint. Aus dem nachfolgenden Verhalten von C ergebe sich nichts Gegenteiliges.High Court (Chancery Division), Urteil vom 30. 3. 2001, Aroso v. Coutts & Co.54Vgl. PLC 2001 XII (5), 56.31. Ausgleichszahlung an HandelsvertreterNach dem »französischen Tarif« bestimmt sich die Höhe der Ausgleichszahlungen an einen Handelsvertreter nach der Summe der Prämien der letzten zwei Jahre oder der Summe der Prämien von zwei Jahren, berechnet nach dem Durchschnitt der letzten drei Jahre der Laufzeit des Handelsvertretervertrags. Ein solches »Tarifsystem« sei bei der Berechnung der Ausgleichszahlung55Vgl. Sec. 17 Commercial Agents (Council Directive) Regulations: »... (2) Except where the agency contract otherwise provides, the commercial agent shall be entitled to be compensated rather than indemnified...« nach den Commercial Agents (Council Directive) Regulations 199356SI 1993 No 3053. nicht anwendbar. Es solle eine Betrachtung des konkreten Einzelfalls erfolgen. Dabei sollten die Bruttobeträge und nicht die Nettobeträge zu Grunde gelegt werden. Die Anwendung eines Tarifsystems führe zu Ungerechtigkeiten.High Court (Queen's Bench Division), Urteil vom 1. 2. 2001, Barrett McKenzie and Co. Ltd. v. Escada (UK) Ltd.57Vgl. The Times vom 15. 5. 2001; PLC 2001 XII (6), 52 f.32. Massevermögen in der Insolvenz (hotchpot rule)Grundlegendes Element eines Insolvenzverfahrens ist es, dass die Vermögenswerte des Gemeinschuldners den Gläubigern entsprechend ihrer Quote gemeinschaftlich zur Verteilung zur Verfügung stehen. Wenn ein Gläubiger außerhalb des Insolvenzverfahrens einen Vorteil erlangt, muss er diesen grundsätzlich in die Masse einbringen, bevor er etwas aus dem Insolvenzverfahren erlangt (»hotchpot rule«). Die hotchpot rule sei nur auf solche Vermögenswerte anzuwenden, die zu dem Liquidationsvermögen gehören, und nicht auf solche, die der Gläubiger von Dritten erlangt habe. In dem zu entscheidenden Fall hatte ein Gläubiger Leistungen aus der von einer Bank gestellten Sicherheit erlangt. Das gezahlte Geld habe zu keinem Zeitpunkt direkt oder indirekt zum Vermögen des Gemeinschuldners gehört. Es gebe keine »unfair advantage«-Ausnahme zu der hotchpot rule. Eine solche würde zu unnötigen Rechtsunsicherheiten führen.Privy Council, Urteil vom 1. 2. 2001, Cleaver v. Delta American Reinsurance Co.33. »Fraudulent trading« i.S.v. Sec. 213 Insolvency Act 1986Die Zusage von directors, dass die Gesellschaft ihren Mietzinszahlungspflichten nachkommen werde, obwohl keine Absicht zur Zahlung ab einem bestimmten Zeitpunkt bestanden habe, stelle ein »fraudulent trading« i.S.v. Sec. 213 Insolvency Act 198658Sec. 213 Insolvency Act 1986: »(1) If in he course of the winding up of a company it appears that any business of the company has been carried on with intent to defraud creditors of the company or creditors of any other person, or for any fraudulent purpose, the following has effect. (2) The court, on the application of the liquidator may declare that any persons who were knowingly parties to the carrying on of the business in the manner above-mentioned are to be liable to make such contributions (if any) to the company's assets as the court thinks proper.« dar.High Court (Chancery Division), Urteil vom 9. 3. 2001, Morphites v. Bernasconi59Vgl. PLC 2001 XII (6), 89 f.34. Erneuter Antrag auf KonkurseröffnungEin Konkursantrag (bankruptcy petition) kann von dem Gericht zurückgewiesen werden, wenn der antragstellende Gläubiger nicht zu einer angesetzten Verhandlung (directions hearing) erscheint. Wenn das Gericht so verfährt, kann von demselben Gläubiger bezüglich derselben Forderung ohne Zustimmung des Gerichts kein erneuter Antrag gegen den Schuldner gestellt werden60Siehe Rule 6.26 Insolvency Rules 1986.. Das Gericht hat in dem zu entscheidenden Fall eine rückwirkende Genehmigung zur Einreichung eines erneuten Konkursantrags nach Rule 6.26 Insolvency Rules 1986 erteilt. Der frühere Antrag war wegen eines rein unfallbedingten Fernbleibens des Anwalts des Antragstellers von einer Verhandlung (directions hearing) zurückgewiesen worden. Aus den Umständen der Zurückweisung ergebe sich nicht, dass kein weiterer Antrag eingereicht werden könne. Einen Missbrauchsfall lehnte das Gericht ab. Es hat Leitlinien zur Anwendung von Rule 6.26 Insolvency Rules 1986 festgelegt. Dem Antragsteller obliege es, das Gericht davon zu überzeugen, einem weiteren Antrag zuzustimmen. Dem Gericht stehe dabei ein weiter Ermessensspielraum zu. Der Antrag müsse bei demselben Gericht eingereicht werden. Es müsse prüfen, ob andere Ablehnungsgründe vorlägen als zu dem vorangegangenen Antrag. Die Auswirkungen für den Schuldner müssten berücksichtigt werden. Aus den Ablehnungsgründen bezüglich des ersten Antrags selbst dürften keine Ablehnungsgründe für den erneuten Antrag folgen.High Court (Chancery Division), Urteil vom 9. 4. 2001, Omgate Ltd. v. Gordon61Vgl. PLC 2001 XII (6), 90 f.35. Zur Bindung eines Gläubigers an ein Company Voluntary Arrangement (CVA) mangels Stimmrecht bei GläubigerversammlungDer Gläubiger eines unbezifferten Anspruchs muss gemäß Sec. 3 (3) Insolvency Act 1986 über eine Gläubigerversammlung bezüglich der Bestätigung eines company voluntary arrangement (CVA) benachrichtigt werden. Er ist jedoch nach Rule 1.17 (3) Insolvency Rules 1986 nur dann berechtigt, ein Stimmrecht bei der Gläubigerversammlung auszuüben, wenn der Vorsitzende der Forderung des Gläubigers einen geschätzten Minimalwert zum Zweck der Ausübung des Stimmrechts einräume. Dies erfolgte in dem zu entscheidenden Fall jedoch nicht. Der Gläubiger sei nicht an ein CVA gebunden, wenn er kein Stimm-recht habe ausüben können, aber einstweiliger Rechtsschutz zur Verhinderung der Verschleuderung der Vermögenswerte an CVA-Gläubiger gewährt worden sei.High Court (Chancery Division), Urteil vom 20. 3. 2001, Re TBL Realisations plc.62Vgl. PLC 2001 XII (7), 90 f.36. Kein Wiederaufleben einer vertraglichen Verpflichtung nach Aufhebung von Irak-SanktionenMit den Handels- und Finanzsanktionen der EG gegenüber dem Irak auf Grund der Invasion in Kuwait63Siehe Art. 2 (1) EC Regulation 3541/92. sei beabsichtigt, ein dauerhaftes Verbot bezüglich der Befriedigung oder Geltendmachung von Forderungen im Zusammenhang mit solchen Transaktionen aufzuerlegen, die von den UN-Resolutionen erfasst würden. Aus diesem Grund könne jegliche zukünftige Aufhebung von Sanktionen nicht zu Ansprüchen gegenüber Parteien führen, welche kraft der Sanktionen an der Durchführung ihrer Verträge gehindert gewesen seien.House of Lords, Speeches vom 28. 6. 2001, Shanning International Ltd. (in liquidation) v. Lloyds TSB Bank plc.64Vgl. The Times vom 2. 7. 2001; PLC 2001 XII (7), 54 f.; siehe zur vorinstanzlichen Entscheidung des High Court vom 17. 12. 1999 Vorpeil, RIW 2001, 218, 221 (Nr. 22); siehe auch Shanshal v. Al-Kishtaini (hierzu Vorpeil, RIW 2001, 849, 855 [Nr. 32]).37. Ausschließliche Gerichtsbarkeit bei englischen partnershipsNach Art. 16 Abs. 2 EuGVÜ65Eingefügt in das englische Recht durch den Civil Jurisdiction and Judgements Act 1982. ist die ausschließliche Gerichtsbarkeit des Vertragsstaats gegeben, in dem eine Gesellschaft oder juristische Person ihren Sitz hat, soweit es um die Gültigkeit, Nichtigkeit oder Auflösung einer Gesellschaft geht. Von der Formulierung »associations of natural or legal persons« würden auch englische partnerships erfasst. Dies ergebe sich aus Sec. 1 Partnership Act 189066Sec. 1 Partnership Act 1890: »... the relation which subsisted between persons carrying on a business in common with a view to profit.«.High Court (Chancery Division), Urteil vom 9. 7. 2001, Phillips v. Symes67Vgl. The Times vom 2. 10. 2001.38. Pfändungsbeschluss gegen ausländische, auch in England geschäftsansässige Bank wegen Kontenpfändung außerhalb der englischen JurisdiktionDer Court of Appeal bestätigte die Entscheidung des High Court (Queen's Bench Division), dass der richtige Ansatzpunkt für den Erlass einer garnishee order absolute68Pfändungsbeschluss. die Frage der Gefahr der doppelten Zahlung sei. Hierzu nahm das Gericht eine ausführliche Bewertung des Sachverhalts69Siehe Kurzdarstellung des Sachverhalts bei Vorpeil, RIW 2001, 849, 854 (Nr. 30). vor. Im Ergebnis wurden unter Berücksichtigung der Einzelheiten des Falls die Voraussetzungen für den Erlass einer garnishee order absolute bejaht. Das Gericht deutete jedoch an, dass diese Entscheidung nicht ohne weiteres verallgemeinert werden könne.Court of Appeal, Urteil vom 7. 8. 2001, Société Eram Shipping Company Ltd. v. Compagnie Internationale de NavigationII. Entwicklungen in der Rechts- und Wirtschaftspolitik70Zu dem aktuellen Sachstand bei den im Fluss befindlichen Themen siehe die nächsten Übersichten über die Entwicklungen in der Rechts- und Wirtschaftspolitik.1. Reform des Gesellschaftsrechts71Siehe Vorpeil, RIW 2001, 849, 855 (Nr. 1); siehe auch Poczman, IFLR September 2001, 96.Im Juli 2001 hat die Company Law Review Steering Group ihren Abschlussbericht »Modern Company Law for a Competitive Economy«72Siehe www.dti.gov.uk/cld/final_report/index.htm; Näheres hierzu in PLC 2001 XII (8), 60 ff. veröffentlicht. Der Bericht besteht aus drei Teilen: Parts III enthält Textentwürfe zur Umsetzung einiger Vorschläge in Part I und II. Part I gibt einen breit gefächerten Überblick über die vorgeschlagene Reform des Gesellschaftsrechts. In Part II werden einige Kernpunkte im Detail beleuchtet. Parts I und II umfassen unter anderem folgende Punkte: Small and Private Companies, Improving Governance: Directors, Improving Governance: Shareholders, Improving Governance: Company Reporting and Audit, Institutional Arrangements, Simplifying and Streamlining the Law: Further Proposals und Effective Sanctions73Zur Bedeutung von »associate« und »control« im Steuerrecht (siehe Sec. 13 Income and Corporation Taxes Act 1988), House of Lords, Urteil vom 23. 5. 2001, Regina v. Commissioners of Inland Revenue, Ex parte Newfields Developments Ltd. (vgl. PLC 2001 XII [6], 96 f.)..2. Offenlegung von Angaben zu einer GesellschaftDas Company Law Committee of the Law Society hat eine kritische Stellungnahme zu dem im Januar 2001 veröffentlichten Konsultationspapier der Company Law Review Steering Group zur Offenlegung von bestimmten Angaben zu einer Gesellschaft im Geschäftsverkehr74Näheres hierzu in PLC 2001 XII (2), 66. abgegeben75Siehe Memorandum of the Company Law Committee of the Law Society »Trading Disclosures«, April 2001 (No 418); Näheres hierzu in PLC 2001 XII (5), 66 f..3. Zur Beschränkung auf 20 partners bei einer partnershipa) Das Department of Trade and Industry (DTI) hat im April 2001 ein Konsultationspapier zu der Abschaffung der Beschränkung auf 20 partners bei einer partnership76Siehe Sec. 716(1) und (2) Companies Act 1985. veröffentlicht77Siehe DTI-Konsultationspapier »Removing The 20 Partner Limit« vom 4. 4. 2001; Näheres hierzu in PLC 2001 XII (5), 66; siehe auch PLC 2000 XI (10), 63..b) Das Law Society's Company Law Committee hat eine zustimmende Stellungnahme zu dem Konsultationspapier des DTI abgegeben78Siehe Company Law Committee Memo 421 »Removing The 20 Partner Limit«, 2001 (www.lawsociety.org.uk); Näheres hierzu in PLC 2001 XII (7), 66; siehe auch PLC 2001 XII (4), 17..4. »Web Filing« beim Companies HouseDas Companies House hat das »Web Filing« eingeführt. Damit können bestimmte Formblätter über dessen Netzsystem eingereicht werden. Zunächst sind die Formblätter 287 und 288 betroffen. Die Benutzer müssen sich vorher registrieren lassen. Das System wird über einen Nutzercode gesichert79Näheres hierzu in PLC 2001 XII (6), 61..5. Niederlassungen deutscher FirmenDie Deutsch-Britische Industrie- und Handelskammer hat die Neuauflage der Datenbank »Deutsche Niederlassungen in Großbritannien« veröffentlicht. Darin werden unter anderem Informationen zum Tätigkeitsfeld der Gesellschaften mit einer Produkt- oder Serviceklassifikation gegeben80Näheres hierzu in AussenWirtschaft 7/2001, 31..6. Buchführung bei Personengesellschaften mit beschränkter HaftungDas Consultative Committee of Accountancy Bodies (CCAB) hat den Entwurf eines Statement of Recommended Practice (SORP) zur Buchführung bei Personengesellschaften mit beschränkter Haftung (limited liability partnerships) veröffentlicht81Näheres hierzu in PLC 2001 XII (8), 74..7. Leitlinien zum Combined CodeDie Quoted Companies Alliance (QCA) hat überarbeitete Leitlinien für kleinere notierte Gesellschaften (SQCs) zum Combined Code82Siehe hierzu Vorpeil, RIW 1999, 693, 697 f. (Nr. 9). veröffentlicht83Siehe Guidance for Smaller Quoted Companies: The Committee on Corporate Governance report and the Combined Code (siehe www.qcanet. co.uk); Näheres hierzu in PLC 2001 XII (6), 61. HM Treasury hat die Ergebnisse der Banking Consumer Codes Review Group über die Untersuchung der Banking Services Codes veröffentlicht (siehe HM Treasury, Pressemitteilung vom 9. 7. 2001: »Cracking the Codes for Banking Customers«, Mai 2001)..8. Reform des Wettbewerbsrechts84Siehe hierzu auch Ainsworth, PLC 2001 XII (8), 6 ff.Das Department of Trade and Industry (DTI) hat am 31. 7. 2001 ein Konsultationspapier zur Reform des Wettbewerbsrechts veröffentlicht. Das Wettbewerbsrecht soll danach grundlegend überarbeitet werden. Betroffen sind hiervon unter anderem die Bereiche Fusionen, Monopole, neue Pflichten des Office of Fair Trading (OFT) und neue Strafvorschriften für Kartellbildungen. Die Änderungen sollen in den Enterprise Bill einfließen85Siehe DTI White Paper »Productivity and Enterprise: A World Class Competition Regime« vom 31. 7. 2001 (siehe http://www.dti.gov.uk/cp/ukcompref.htm)..9. Reform des Insolvenzrechts86Siehe Vorpeil, RIW 2001, 849, 855 (Nr. 2); PLC 2001 XII (9), 8 f.a) In einem Papier vom 18. 6. 2001 bestätigt die Regierung ihre Absicht, das Insolvenzrecht zu reformieren. Im Bereich der Insolvenz von Gesellschaften soll danach unter anderem Kollektivverfahren wie der administration der Vorrang eingeräumt werden. Das Verfahren der administration soll strukturell verändert werden, um es attraktiver zu machen Die Möglichkeit der Einsetzung eines administrative receiver soll eingeschränkt oder abgeschafft werden87Siehe HM Treasury paper »Productivity in the UK: Enterprise and the Productivity Challenge« vom 18. 6. 2001; Näheres hierzu in PLC 2001 XII (6), 92; siehe auch PLC 2000 XI (5), 88 und PLC 2000 XI (11), 85..b) Die Regierung hat ein White Paper veröffentlicht, welches Vorschläge für eine weitere tief greifende Reform des Insolvenzrechts umfasst. Diese umfassen die Abschaffung des Rechts der Inhaber einer floating charge, einen administrative receiver zu bestellen, außer im Zusammenhang mit bestimmten Kapitalmarkttransaktionen88Siehe The White Paper »Insolvency - A Second Chance« (abrufbar unter: www.insolvency.gov.uk/cwp/cm5234.pdf); Näheres hierzu in PLC 2001 XII (8), 81 ff.; siehe auch PLC 2000 XI (1), 85..10. Geschäftsbericht des Takeover PanelDer Director General of the Takeover Panel hat in dem Geschäftsbericht des Takeover Panel den Standpunkt des Panel Executive zu bestimmten Regeln des Takeover Code dargestellt. Einige Kernpunkte dabei sind: Klarstellungen bei Übernahmeangeboten, Doppel-Notierung in verschiedenen Jurisdiktionen sowie Meetings zwischen Gesellschaftern und Repräsentanten der Parteien einer Übernahmevereinbarung89Siehe The Takeover Panel's Annual Report (abrufbar unter: www.thetakeoverpanel.org.uk); Näheres hierzu in PLC 2001 XII (8), 78 f..11. Neuordnung des Finanzsektors90Siehe Vorpeil, RIW 2001, 849, 855 (Nr. 4) m. w. N.; siehe auch IFLR Banking Yearbook 2001, 12 ed.; zur Erklärung des Treasury vom 24. 7. 2001 zu Transaktionskosten (soft commissions) als Antwort auf den Myners' report siehe FSA Pressemitteilung 99/2001 vom 27. 7. 2001; HM Treasury Pressemitteilung 92/01 vom 27. 7. 2001; Näheres hierzu in PLC 2001 XII (8), 85 f.a) HM Treasury hat angekündigt, dass der Financial Services and Markets Act 2000 am 30. 11. 2001 um Mitternacht in Kraft treten wird. Dieses Datum wird als »N2« bezeichnet91Siehe Treasury Presseveröffentlichung 80/01 vom 12. 7. 2001 (abufbar unter: www.hm-treasury.gov.uk/press/2001/p80_01.html); Näheres hierzu in PLC 2001 XII (7), 93; Überblick über den Financial Services and Markets Act 2000 bei Fleischer, RIW 2001, 817 ff.; Sykes/Connolly, PLC 2001 XII (7), 21 ff.; Hart/Orton, PLC 2001 XII (8), 43 ff..b) Die Financial Services Authority (FSA) hat im April 2001 ein Diskussionspapier zu den kundenorientierten »best execution«-Regeln veröffentlicht. Betroffen sind unter anderem die Bereiche Derivate, Devisen, Aktien- und Rentenhandel sowie Commodities92Siehe FSA-Diskussionspapier »Best execution«, April 2001 (siehe www.fsa.gov.uk/pubs/discussion/dp5.pdf); Näheres hierzu in PLC 2001 XII (5), 88 f..c) Die FSA hat im Mai 2001 ein Konsultationspapier über die Verbreitung von bestimmten Informationen (regulatory information) durch notierte Gesellschaften veröffentlicht93Siehe FSA-Konsultationspapier 92 »Review of the UK mechanism for disseminating regulatory information by listed companies«, Mai 2001 (siehe www.fsa.gov.uk/pubs/cp/92/index.html); Näheres hierzu in PLC 2001 XII (5), 90 f..d) Die FSA hat ein Konsultationspapier über ein Informationssystem auf dem Finanzsektor veröffentlicht94Siehe FSA-Konsultationspapier 101 »Whistleblowing, the FSA and the financial services industry«, Juni 2001 (siehe www.fsa.gov.uk/pubs/cp/cp101.pdf); Näheres hierzu in PLC 2001 XII (7), 96..e) Die FSA hat ein Konsultationspapier über die Auslegung des Begriffs »financial promotion« veröffentlicht95Siehe www.fsa.gov.uk/pubs/press/2001/104.html..f) Die FSA hat Klarheit bezüglich der aufsichtsrechtlichen Situation für solche Firmen geschaffen, die Dienstleistungen auf dem Gebiet des so genannten screen scraping anbieten möchten. Das screen scraping ermöglicht es Verbrauchern, alle ihre Online-Konten über eine Website aufrufen zu können96Siehe FSA-Pressemitteilung 57/2001 vom 15. 5. 2001; Näheres hierzu in PLC 2001 XII (6), 94..12. Änderung der Listing Rulesa) Am 23. 7. 2001 hat die UK Listing Authority (UKLA) mit sofortiger Wirkung ihr jährliches Update der Listing Rules veröffentlicht97Überblick über die geänderten Vorschriften abrufbar unter: http://www.fsa.gov.uk/ukla/2_listinginfo.html.; siehe FSA policy statement »Proposed changes to the Listing Rules - feedback on cp 81 and 'made' text«, Juli 2001 (abrufbar unter: www.fsa.gov.uk/pubs/policy/ps81/index.html); Näheres hierzu in PLC 2001 XII (8), 83 f.; siehe auch PLC 2001 XII (1), 92.. Die Änderungen berücksichtigen die Entwicklungen der Marktpraxis und bringen Klarheit bezüglich der bestehenden Vorschriften98Das Inland Revenue hat seine überarbeitete Auslegung des Begriffs »listed on a recognised stock exchange« veröffentlicht, wie er in der Steuergesetzgebung verwendet wird (siehe Inland Revenue Presseveröffentlichung vom 25. 4. 2001); Näheres hierzu in PLC 2001 XII (6), 99 f..b) Die Financial Services Authority (FSA) hat Konsultationspapiere hinsichtlich weiterer Änderungen der Listing Rules veröffentlicht99Siehe Konsultationspapier 105 »Proposed changes to the Listing Rules«, August 2001 (abrufbar unter: www.fsa.gov.uk/pubs/cp/105/index.html); Konsultationspapier 100 »Proposed changes to the listing rules at N2«, Juni 2001 (abrufbar unter: www.fsa.gov.uk/pubs/ukla/cp100/index.html); Konsultationspapier 92 (abrufbar unter: www.fsa.gov.uk/pubs/cp/92/index.html); Näheres hierzu in PLC 2001 XII (8), 83, 84; siehe auch www.fsa.gov.uk/pubs/cp/cp 104.pdf.. Eines davon betrifft die Implementierung des Financial Services and Markets Act 2000100Konsultationspapier 100 (Fn. 99); Näheres hierzu in PLC 2001 XII (7), 93 ff..c) Die FSA hat den Entwurf eines Handbuchs herausgegeben, in dem alle bestehenden Leitfäden zu den Listing Rules zusammengefasst werden. Weiterhin werden darin die Befugnisse nach dem Financial Services and Markets Act 2000 erläutert101Siehe FSA Konsultationspapier 100 a »Proposed UKLA guidance manual«, Juni 2001 (abrufbar unter: www.fsa.gov.uk./pubs/ukla/cp100/index.html); Näheres hierzu in PLC 2001 XII (7), 95 f..13. Neuer Standard der London Stock Exchange für NotierungenDie London Stock Exchange (LSE) hat ihre Standards über die Voraussetzungen für die Notierung der Aktien einer Gesellschaft sowie über die Offenlegungsverpflichtungen solcher Gesellschaften überarbeitet. Einen wesentlichen Teil machen dabei Änderungen im Zusammenhang mit techMARK aus102Siehe Papier der London Stock Exchange »Admission and Disclosure Standards«; Näheres hierzu in PLC 2001 XII (6), 94 f..14. Euro BBA LIBORDie British Bankers' Association hat für die Währungen der Länder, die den Euro eingeführt haben, den BBA LIBOR als neuen Referenzzinssatz eingeführt. Er wird auf Bridge Telerate 375 und Reuters LIBOR 01 veröffentlicht103Siehe BBA-Papier vom 11. 7. 2001 (abrufbar unter: www.bba.org.uk); Näheres hierzu in PLC 2001 XII (8), 54 f..15. Banking Services CodesHM Treasury hat die Ergebnisse der Prüfung der Banking Services Codes durch die Banking Consumer Codes Review Group veröffentlicht104Siehe HM Treasury, Presseveröffentlichung vom 9. 7. 2001; »Cracking the Codes for Banking Customers«, Banking Services Consumer Codes Review Group, Mai 2001; Näheres hierzu in PLC 2001 XII (7), 57..16. Geldwäsche/Einkünfte aus kriminellen HandlungenAm 20. 6. 2001 wurde der Proceeds of Crime Bill in der Queen's Speech vor dem House of Parliaments angekündigt. Er bezweckt die Bekämpfung der Kriminalität. Unter anderem soll das Instrument eines neuen zivilrechtlichen Rückforderungsanspruchs gegen Dritte eingeführt werden105Zur Bekämpfung der Kriminalität durch Einziehung der Einkünfte aus kriminellen Handlungen (u. a. im Zusammenhang mit Geldwäsche) siehe Pressemitteilung des Home Office vom 5. 3. 2001. Die Financial Services Authority und der National Criminal Intelligence Service (NCIS) haben ein Übereinkommen über eine enge Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Kriminalität auf dem Finanzsektor getroffen (siehe FSA-Presseveröffentlichung vom 30. 7. 2001 [abrufbar unter: www.fsa.gov.uk/pubs/press])..17. Land Registration BillDer Land Registration Bill befindet sich im Gesetzgebungsverfahren. Mit ihm ist eine weitgehende Reform des Rechts der Registrierung von Grundbesitz verbunden106Näheres hierzu in PLC 2001 XII (7), 63..18. Commonhold and Leasehold Reform BillDer Commonhold and Leasehold Reform Bill befindet sich im Gesetzgebungsverfahren107Näheres hierzu in PLC 2001 XII (7), 63; PLC 2001 XII (5), 65..19. Employment Tribunal RulesDie Employment Tribunals (Constitution and Rules of Procedure) Regulations 2001 sind am 16. 7. 2001 in Kraft getreten108Näheres hierzu in PLC 2001 XII (7), 77; siehe auch PLC 2001 XII (4), 74..20. Zum Tätigwerden eines Anwalts für beide Parteien bei Hypothekenbestellung109Zum Ermessen eines Gerichts nach Sec. 49 (2) Law of Property Act 1925 bzgl. der Anordnung der Rückzahlung eines bei einem Immobilienkaufvertrag hinterlegten Betrags siehe Court of Appeal, Urteil vom 11. 7. 2001, Omar v. El-Wakil (vgl. The Times vom 2. 11. 2001; PLC 2001 XII [8], 56 f.).Rule 6 (3) Solicitors' Practice Rules 1990110Siehe www.lawsoc.org.uk., die das Tätigwerden eines Anwalts für beide Parteien bei der Bestellung einer Hypothek (mortgage) betrifft, ist mit Wirkung zum 27. 4. 2001 geändert worden. Nach der neuen Version wird zwischen individuellen und standardisierten Hypotheken sowie zwischen privaten und gewerblichen Objekten unterschieden111Näheres hierzu in PLC 2001 XII (5), 64 f..21. Stop now ordersAm 1. 6. 2001 sind die Stop Now Orders (EC Directive) Regulations 2001112SI 2001/1422. in Kraft getreten. Sie beinhalten das Instrumentarium für einen sehr wirkungsvollen Verbraucherschutz unter anderem auf den Gebieten irreführende Werbung, Verbraucherkredit, AGB-Kontrolle und Distanzgeschäfte. Bei dem Erlass einer stop now order muss der Antragsgegner die angegriffenen Aktivitäten sofort einstellen. Die Verletzung dieser Verpflichtung ist strafbewehrt. Verbraucherschutzorganisationen und bestimmten anderen Stellen steht die Aktivlegitimation zur Beantragung einstweiligen Rechtsschutzes in der dargelegten Form zu113Department of Trade and Industry, Pressemitteilung »Howells Launches International Crack Down on Rogue Traders« vom 10. 4. 2001 (abrufbar unter: www.dti.gov.uk); Näheres hierzu in PLC 2001 XII (5), 60..

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