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RIW 2001, 680
Jaeger, Jiri und Hejma, Peter 
Jaeger, Jiri und Hejma, Peter
Swaps und Optionen - Derivathandel in Deutschland und der Tschechischen Republik

RIW 2001, 680 (Heft 9)
I. AllgemeinesDerivate sind aus anderen Finanzprodukten, so genannten Basiswerten oder »underlyings«, abgeleitete Finanzinstrumente wie Optionen, Swaps oder Termingeschäfte in Form von Forwards oder Forward Rate Agreement (FRA's), Futures oder Financial Futures, die zur Absicherung bestehender Risikopositionen (hedging)1»hedging« bedeutet die Absicherung von bestehenden oder zukünftigen Risikopositionen durch den Abschluss von Sicherungsgeschäften., zur Ausnutzung von Kursoder Preisunterschieden (arbitrage)2»arbitrage« bedeutet das Ausnutzen von Kurs- oder Preisunterschieden des gleichen Basiswertes an einem oder an unterschiedlichen Handelsplätzen. oder für Spekulationsgeschäfte eingesetzt werden können.Als Basiswerte können Devisen, Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, Zinsen, Waren oder hybride Finanztitel mit Eigen- oder Fremdkapitalcharakter wie z.B. Genussscheine oder nachrangige Verbindlichkeiten dienen. Der Basiswert kann aber auch in einer Indexziffer zur Charakterisierung eines aggregierten (angehäuften) Wertes einer definierten realen oder synthetischen Grundgesamtheit von Aktien, festverzinslichen Wertpapieren oder anderen Finanztitel bestehen. Darüber hinaus wurden Derivate entwickelt, die als Basiswert bereits auch ein derivates Finanzinstrument haben (z. B. Option auf eine Option), und sogar Naturkatastrophen oder Umweltrisiken werden durch eine spezielle Indexierung als Basiswert benutzt. Dem Einfallsreichtum sind hier keine Grenzen gesetzt, und es gibt eine Fülle von unterschiedlichen Konstruktionen, zu denen ständig neue hinzukommen3Rudolph, in: Rudolph/Scharpf/Epperlein (Hrsg.), Derivate Finanzinstrumente, 1995, S. 5 f.; Jahn, in: Schimansky/Bunte/Lwowski, Bankrechts-Handbuch, Bd. III, 1997, § 114 Rdnr. 1; Häusler, Die vertraglichen Grundlagen im Bereich des Handels mit derivaten Finanzinstrumenten, Schweizer Schriften zum Bankrecht, Bd. 42, 1996, S. 45 f..II. Derivatgeschäfte in Deutschland im ÜberblickDerivatgeschäfte4Darunter fallen Swap-Vereinbarungen, Termingeschäfte mit sonstigen Preisrisiken, Devisenoptionen, Zinsoptionen, Optionen mit sonstigen Preisrisiken. deutscher Kreditinstitute haben sich von einem Volumen von unter 100 Mrd. DM aus dem Jahre 1987 auf ein Volumen von über 15 000 Mrd. DM im Jahre 1997 entwickelt und spielen somit heute eine bedeutende Rolle auf dem Finanzmarkt5Deutsche Bundesbank, Bilanzunwirksame Geschäfte deutscher Banken, Statistische Sonderveröffentlichung Nr. 13, 1998, S. 10.. Neben dem in der Praxis gebrauchten Begriff »Derivate« werden gleichfalls die Begriffe »derivateFinanzinstrumente«, »derivate Produkte«, »derivate Finanzgeschäfte« und »derivate Instrumente« verwendet6Jahn, in: Schimansky/Bunte/Lwowski (Fn. 3), § 114 Rdnr. 1..Derivate werden zum Teil an den Börsen gehandelt, zum Teil auch außerbörslich von Banken oder Wertpapierhäusern »over the counter« (OTC) emittiert oder vertrieben7Häusler (Fn. 3), S. 45 ff.; Rudolph, in: Rudolph/Scharpf/Epperlein (Fn. 3), S. 5 ff.. Unter die OTC-Produkte fallen auch solche Derivatgeschäfte, die direkt zwischen den Parteien selbst (ohne Beteiligung einer Bank) abgeschlossen werden können (z. B. Swaps, Forwards). Der Unterschied zwischen den börsengehandelten und den außerbörslich gehandelten OTC-Derivaten liegt darin, dass bei den börsengehandelten Derivaten eine gewisse Standardisierung vorliegt, bei den außerbörslichen OTC-Produkten hingegen ein hoher Grad an Individualität und Flexibilität durch die jeweilige Möglichkeit der individuellen Vereinbarung zwischen den Parteien erreicht wird8Häusler (Fn. 3), S. 53 ff.. Bei den Derivatgeschäften handelt es sich um so genannte bilanzunwirksame Geschäfte9Scharpf/Luz, Risikomanagement, Bilanzierung und Aufsicht von Finanzderivaten, 1996, S. 165 f..In Bezug auf die Handelbarkeit der verschiedenen Derivate in Deutschland ist gegenwärtig davon auszugehen, dass alle auf dem Weltmarkt gehandelten Derivate auch in Deutschland gehandelt werden können.III. Derivatgeschäfte in der Tschechischen RepublikDie Tschechische Nationalbank, die eine Aufsichtsfunktion ausübt, hat bereits im Jahre 1994 einen ersten Überblick über den Derivathandel der tschechischen Banken und Niederlassungen ausländischer Banken veröffentlicht. Der Wert der gehandelten Derivattransaktionen betrug damals 31 Mrd. CZK (= 1,2 Mio. US-$), wobei die Handelsaktivitäten der Tschechischen Nationalbank in dieser Übersicht nicht berücksichtigt wurden.Im Jahre 1994 konzentrierte sich der Derivathandel noch auf bestimmte Währungsinstrumente, nämlich Währungsswaps sowie FRA's. Bis Anfang 1996 stellten diese Derivate einen Anteil in Höhe von 80% am Derivatgesamtaufkommen dar. Seit Mitte 1996 ist allerdings ein starker Anstieg auch der übrigen Derivatinstrumente wie Währungs- und Zinsfutures, Zinsswaps sowie Optionen auf Aktien bzw. Zinsoptionen und Devisenoptionen zu verzeichnen.Der Nominalwert aller auf dem Bankensektor in der Tschechischen Republik abgeschlossenen Derivatkontrakte (mit Ausnahme der Handelsaktivitäten der Tschechischen Nationalbank) betrug zum 31. 1. 2001 2638000000 CZK10Vgl. Josef Jilek (Czech National Bank, Bank in Supervision Department): »Die Ertragsstärke im Derivathandel in unseren Banken ist nicht sehr markant«, Hospodá?ské noviny, Prag, den 13. 3. 2001.. Anzumerken ist allerdings, dass die Tschechische Nationalbank im Rahmen dieser Statistik sowohl Verkäufer- als auch Käuferpositionen im Rahmen der inländischen Bankenderivatgeschäfte berücksichtigt hat.Gegenwärtig werden in der Tschechischen Republik Derivate nur außerbörslich auf den OTC-Märkten abgeschlossen. Die getätigten Transaktionen beschränken sich dabei vorwiegend auf Swaps (52% am Gesamtnominalwert), Forward Rate Agreements - FRA (42%), Währungsoptionen (Calls und Puts, insg. 3%) auf US-$, DM und auf Futures (2%)11Josef Jilek, Hospodá?ské noviny (Fn. 10)..Im März 2001 waren insgesamt 26 Banken bzw. Filialen ausländischer Banken im Derivatmarkt engagiert. Wichtigere Derivatpositionen (über 50 Mrd. CZK) entfielen nur auf zehn Banken. Die Banken nutzen die Möglichkeiten des außerbörslichen Derivatmarktes gegenwärtig überwiegend zur Absicherung eigener individueller Handels- und Währungsrisiken (hedging) auf den OTC-Märkten.In der nächsten Zeit ist eine beträchtliche Expansion des tschechischen Derivatmarktes zu erwarten. Dies liegt zum einen an der Schaffung bestimmter rechtlicher Rahmenbedingungen als auch daran, dass insbesondere der Bankensektor auf eine nunmehr fast sieben Jahre alte Erfahrungspraxis zurückblicken kann. Im April 1999 hat die Prager Wertpapierbörse (»BCPP«) eine Richtlinie für den Options- und Futures-Kontrakthandel standardisiert, die in Art. 2 und 3 der Richtlinie sowohl den Handel mit Stock Options als auch den Handel mit Index Options, handelbar als europäische bzw. amerikanische Option, berücksichtigte.Für den Futures-Handel in der Tschechischen Republik gilt, dass Futures gemäß Art. 4 der Richtlinie auf Indexe (Basiswert ist der exchange index) und gemäß Art. 5 auf den PRIBOR (»Prague Interbank Offered Rate«) nach Fixing der Tschechischen Nationalbank handelbar sind.In den »Trading Rules applicable to Options and Futures Contracts«, welche im Mai 1999 von der Börse verabschiedet wurden und welche im Februar 2001 ohne inhaltliche Änderungen Bestandteil der neuen Börsenregeln wurden, sind Definitionen des Options- und Futuresgeschäfts enthalten und erläutert sowie die Tradingmodalitäten standardisiert. Darüber hinaus ergeben sich aus Art. 3 der Trading Rules die Voraussetzungen für den Erhalt einer Börsenlizenz zum Handel mit Optionen und Futures. Eine Börsenlizenz wurde von der Kommission für Wertpapiere in Prag bislang allerdings noch nicht erteilt. Dieser Schritt ist allerdings geplant. Als Basiswerte sind zunächst (1) der Zinssatz, (2) der Aktienindex PX-D sowie (3) diejenigen Staatsschuldverschreibungen vorgesehen, die ausreichende Liquidität versprechen.Wo es an einer Standardisierung fehlt, stellt die internationale Praxis verschiedene von Banken und internationalen Händlerverbänden ausgearbeitete Musterrahmenverträge bzw. Mustervertragsbedingungen für die unterschiedlichsten Arten von Derivatgeschäften zur Verfügung. Der »Rahmenvertrag für Finanztermingeschäfte« von 1993, welcher den »Rahmenvertrag für Swap-Geschäfte« aus dem Jahre 1989 insoweit ersetzt hat, bietet eine Möglichkeit, die Abwicklung von Swap-Geschäften in der Tschechischen Republik zu standardisieren und damit zu erleichtern. Das »Multicurrency - Cross Border Master Agreement« der International Swaps and Derivatives Association (»ISDA«) ist nach verbreiteter Ansicht international gut geeignet, die meisten der üblicherweise gehandelten Derivatinstrumente einzubinden. Soweit ersichtlich, hat sich in der Tschechischen Republik eine Vertragspraxis bisher allerdings nicht durchsetzen können.Die Vorteile von Finanzderivaten werden in letzter Zeit in den osteuropäischen emerging markets immer häufiger erkannt und genutzt. Ein entscheidender Vorteil liegt gerade darin, dass sie maßgeschneidert für individuelle Bedürfnisseder Vertragspartner ausgehandelt werden können. Dem steht allerdings der Nachteil gegenüber, dass es bisher für OTC-Geschäfte keine verantwortlichen Clearing-Stellen gibt, die sowohl für den Ausgleich offener Posten sorgen als auch eine market maker-Funktion übernehmen können. Für einen wenig liquiden Markt wie den tschechischen stellt dieser Umstand ein großes Problem dar.Aus Sicht der Geschäftsabwicklung werden die an Derivatgeschäften Beteiligten in zwei Gruppen eingeteilt, und zwar in Non-Clearing-Mitglieder (mit einem Grundkapital von mindestens 25 Mio. CZK) oder Clearing-Mitglieder (mit einem Grundkapital von mindestens 500 Mio. CZK). Diese Struktur ermöglicht auch den Wertpapierhändlern mit einer niedrigeren Kapitalausstattung, sich auf dem Markt durchzusetzen. Bei den Clearing-Mitgliedern soll es sich um Banken handeln, die für die Abwicklung von Geschäften der Non-Clearing-Mitglieder haften und zwingend Mitglieder des Clearing-Fonds werden.Der Handel mit derivativen Instrumenten ist auf dem Mitgliedschaftsprinzip gebaut und erfolgt unter Mitwirkung der market maker. Die market maker haben gemäß Art. 8 der Trading Rules für jeden handelbaren Finanztitel zu jedem Zeitpunkt einen verbindlichen Preis anzugeben, zu welchem sie bereit sind zu kaufen oder zu verkaufen. Auf diese Weise wird die Liquidität des Marktes gewährleistet. Je leichter es für einen potenziellen Händler ist, sich aus einer Investition durch Verkauf des Finanztitels zurückzuziehen, desto größer ist die Bereitschaft, längerfristige Investitionen zu halten. Dies führt zu einer geringeren Zusatzprämie, die der Händler als Kompensation für das Liquiditätsmanko verlangt. Eine Reduzierung der Kapitalaufnahmekosten der kapitalsuchenden Institution ist die positive Folge.Die Abwicklung der Derivatgeschäfte erfolgt über die bisherige Gesellschaft für Abwicklung von Kassageschäften, die Univyc, a. s. (Aktiengesellschaft). Das an der Börse bereits installierte und getestete System basiert auf Standardprinzipien der im Ausland verwendeten Systeme.Univyc steht bei jeder Abwicklung von Derivatgeschäften als Clearing-Stelle auf der Gegenseite zur Verfügung. Bestandteile der Abwicklung von Derivatgeschäften im standardisierten Options- bzw. Futures-Markt ist die Abwicklung der Prämien, elektronische Überwachung aller getätigten Kontrakte, Verwaltung von Margeneinlagen, Verwaltung des Clearing-Fonds sowie die Abwicklung auslaufender Optionen. Die zentrale Stellung von Univyc sowie deren Kompetenzbereich ermöglichen ein schnelles und transparentes netting und sorgen dafür, dass Kreditrisiken relativ gering gehalten werden. Zwar ist eine vollständige organisatorische Absicherung von Kreditrisiken nicht möglich, jedoch kann das Risiko im Rahmen bestimmter Anforderungen an die Clearing-Mitglieder, wie Mindestkapitalanforderung, Finanzgarantien, Hinterlegung anderer Sicherheiten, z. B. in Form von Wertpapieren sowie Investitionsvorgaben, gering gehalten werden. Für den Fall, dass sich ein Kreditrisiko realisiert, werden Verluste durch Einlagen im Clearing-Fonds ausgeglichen. Zur Leistung der Einlagen sind ausnahmslos alle Clearing-Mitglieder verpflichtet.Ein Handel auf den standardisierten Derivatmärkten soll unter folgenden Voraussetzungen ermöglicht werden:- der Handel wird nach internationalen Regeln durchgeführt und standardisiert,- Schaffung und Erweiterung gesetzlicher Grundlagen seitens der Kommission für Wertpapiere und des Finanzministeriums,- Zulässigkeit des Handels ausschließlich liquider Basiswerte,- verpflichtende Mitgliedschaft im Clearing-Fonds.Einhergehend mit einer ersten Standardisierung des Derivathandels wird ein relativ hoher Grad an Sicherheit durch die Einlagen im Clearing-Fonds sowie durch transparente Abwicklung im Rahmen standardisierter Vorgaben erreicht. Zudem fallen im geregelten Markt geringere Transaktionskosten als im Handel auf den OTC-Märkten an. Informationen über den Handel mit Finanzderivaten wird man in Zukunft über bestimmte Nachrichtenagenturen wie Reuters oder Telekurs abrufen können. Besonders wichtige Informationen über Optionspreise bzw. Basispreise und Marktentwicklung können jederzeit abgerufen werden. Die Clearing-Stelle soll außerdem ständig den Wert aller offenen Positionen überwachen. Dabei bedient sie sich des mark to market-Verfahrens. Das bedeutet, dass Positionen, welche auf Grund entsprechender Preisbewegungen einen Gewinn aufweisen, am Ende eines Handelstages auf einem speziellen Konto gutgeschrieben werden. Gerät diese Position in die Verlustzone, wird das Konto in Höhe des Verlustes belastet. Dies bedeutet, dass Nachschüsse, die den Verlust ausgleichen sollen, abgebucht werden. Jeder Marktteilnehmer muss ein so genanntes Margin-Konto einrichten und mit einer bestimmten Mindestsumme ausstatten (»initial-margin«). Dieses initial-margin muss unter bestimmten Umständen durch zusätzliche Nachschüsse ergänzt werden. Die Position auf dem initial-margin muss während der gesamten Dauer des Bestehens des Futures-Kontrakts gehalten werden. Entsprechende Überwachungsaufgaben in diesem Zusammenhang obliegen der Clearing-Stelle.Die Verfasser beschränken sich im Rahmen der folgenden Darstellung von Finanzderivaten im Wesentlichen auf Swap- und Optionsgeschäfte.IV. SwapsBei einem Swap vereinbaren die Vertragspartner den Austausch von beiderseitigen Zahlungen zu festgelegten Zeitpunkten auf einen bestimmten Kapitalbetrag (National Principal Amount), ohne dass dabei ein endgültiger Austausch des Kapitalbetrags selbst erfolgt.Es sollen hierbei komparative Kostenvorteile des jeweiligen Partners ausgenutzt werden, wobei die Swap-Partner ihre jeweils besseren Zugangsmöglichkeiten zu einzelnen Marktsegmenten (z. B. Zinsen für Kredite oder Devisen) nutzen und die dort erzielten Konditionen im Wege der Swap-Vereinbarung zumindest teilweise an den anderen Vertragspartner weitergeben. Auf diese Weise profitieren beide Parteien von der Ausnutzung der vorteilhafteren Konditionen12Rudolph, in: Rudolph/Scharpf/Epperlein (Fn. 3), S. 11 f.; Graf v. Bernstorff, Finanzinnovationen, 1996, S. 41 ff..Im Rahmen von Swap-Geschäften sind die Parteien in der Lage, individuelle und flexible Entscheidungen zu treffen. Neben der Einsparung von Finanzierungskosten ermöglichen diese auch eine Absicherung vor Zinsänderungs- oder Wechselkursrisiken. Swaps führen zu einem wirtschaftlichen Nutzungsaustausch zwischen den Parteien, bei denen die ursprünglichen Grundgeschäfte (Forderungs- und Schuldverhältnisse) auf Grund der Abstraktheit der Swapsunverändert bleiben. Infolge der Unabhängigkeit des Swap-Geschäfts vom Grundgeschäft sind Swap-Geschäfte bilanzunwirksam13Häusler (Fn. 3), S. 342; Decker, WM 1990, 1001, 1014; Lerbinger, Zins- und Währungsswaps: Neue Instrumente im Finanzmanagement von Unternehmen und Banken, 1988, S. 3 f..Weitere Vorteile von Swaps bestehen in einem erweiterten Marktzugang der Parteien sowie darin, dass Schulden leichter umstrukturiert werden können (beispielsweise variable in festverzinsliche Zinsen), die Parteien flexibler sind (z. B. Auflösung eines Swaps durch Abschluss eines Gegenswaps) und die Geschäftsabwicklung allgemein durch Standardisierung auf Grund von Rahmenverträgen leichter geworden ist14Graf v. Bernstorff (Fn. 12), S. 42 f..Entstanden sind Swaps Anfang der 80er-Jahre, wobei sie aus den Parallelkrediten (Parallel Loan) und den Back to Back-Krediten entwickelt wurden15Lerbinger (Fn. 13), S. 2 f.; Peters, Die SWAP-Finanzierungstechnik-Anwendungen und Risiken, 1990, S. 5 ff.; Erne, Die Swap-Geschäfte der Banken, aus Untersuchungen über das Spar-, Giro- und Kreditwesen: Abteilung B, Rechtswissenschaft, Bd. 83 (hrsg. von Hadding/Schneider), 1992, S. 13 ff.; Ammann, Erscheinungsformen und Rechtsnatur der SWAP- und swapähnlichen Geschäfte auf dem Kapitalmarkt, 1990, S. 10 ff.; Häusler (Fn. 3), S. 32 ff.; Graf v. Bernstorff (Fn. 12), S. 7 f.. Man kann Swap-Geschäfte in zwei Grundtypen einteilen: den Zinsswap und den Währungsswap. Daneben gibt es noch verschiedene Kombinationen und Abwandlungen16Schwintowski/Schäfer, Bankrecht, 1997, § 14, Rdnr. 3; Rudolph, in: Rudolph/Scharpf/Epperlein (Fn. 3), S. 11; Peters (Fn. 15), S. 3 ff.; Bosch, WM 1995, 365, 370 f.; Binkowski/Beeck, Finanzinnovationen, 3. Aufl. 1995, S. 42; Lerbinger (Fn. 13), S. 34 ff.; Graf v. Bernstorff (Fn. 12), S. 40; a. A. Erne (Fn. 15), S. 18 ff.; Häusler (Fn. 3), S. 98 (drei Grundtypen: Währungs-, Zins- und kombinierte Zins- und Währungsswaps); Ebenroth/Messer, ZVglRWiss 1988, 1 (2 f. [wie Häusler]); Jahn, in: Schimansky/Bunte/Lwowski (Fn. 3), § 114 Rdnr. 2 (auch drei Grundtypen: Währungs-, Zins- und Index-Swaps)..Auf Grund des großen Wachstums des Swap-Volumens wurde 1985 zur Vereinheitlichung und Vereinfachung von Swap-Verträgen von der New Yorker Swap-Händlervereinigung (»International Swap Dealers Association«, heute: »International Swaps and Derivatives Association« - ISDA) der »Code of Standard Wording, Assumptions and Provisions for Swaps« (»ISDA-Code«), ein Definitionskatalog mit Klauselvorschlägen für Rahmenverträge veröffentlicht, der 1986 erweitert wurde. Bei dem ISDA-Code selbst handelt es sich aber nicht um einen Rahmenvertrag.Ebenfalls 1985 veröffentlichte der britische Bankenverband (»British Bankers Association« - BBA) standardisierte Vertragsbedingungen für Swap-Geschäfte, die so genannten »British Bankers Association Interest Rate Swap Terms« (»BBAIRS-Terms«). Hierbei handelt es sich um Rahmenoder Musterbedingungen für Swaps von kurzer Laufzeit.1987 entwickelte die ISDA einen Rahmenvertrag (Master Agreement), das »Interest Rate and Currency Exchange Agreement« (»IRCEA«), das auf dem »ISDA-Code« aufbaut. Dieser Rahmenvertrag wurde durch den Rahmenvertrag von 1992, das ISDA-Master Agreement (»Multicurrency Cross Border«), abgelöst. Es handelt sich um eine bereinigte und erweiterte Fassung des Rahmenvertrags von 1987. In den folgenden Jahren hat die ISDA etliche ergänzende bzw. erweiternde Musterbedingungen veröffentlicht.Darüber hinaus haben auch andere Länder Rahmenbedingungen oder Rahmenverträge für Swap-Geschäfte publiziert. In Deutschland haben Mitarbeiter einzelner Banken 1987 einen Mustervertrag (»Deutscher Rahmenvertrag« - DRV) veröffentlicht, der 1988 leicht abgeändert wurde. Beim DRV handelt es sich um einen Hauptvertrag, der mit den Einzelabschlüssen eine Einheit bildet und sich an den ISDA-Musterverträgen orientiert. Er ist nicht allgemein verbindlich und kann im Inland sowie auch grenzüberschreitend (bei steuerlicher Anpassung) benutzt werden.Der derzeitige Standard für Swap-Geschäfte im Inland ist der »Rahmenvertrag für Swap-Geschäfte« von 199017Vgl. WM 1990, 1047 f. (»Rahmenvertrag von 1990«) oder der »Rahmenvertrag für Finanztermingeschäfte« von 199318Abgedruckt als Anlage 1 zu BdB-Info III/1993 Nr. 17 Ziff. 4, S. 455. (»Rahmenvertrag von 1993«)19Jahn, in: Schimansky/Bunte/Lwowski (Fn. 3), § 114 Rdnrn. 27 ff.; Füllbier, ZIP 1990, 680 ff.; Decker, WM 1990, 1001, 1009 ff.; Ebenroth/Messer, ZVglRWiss 1988, 1, 13 ff.; vgl. Jahn, Die Bank 1987, 197 ff.; Die Bank 1988, 100 ff.; Die Bank 1989, 395 ff.; Die Bank 1992, 349 ff.; Die Bank 1993, 235 ff.; Die Bank 1994, 99 ff.; Die Bank 1998, 246 ff..1. ZinsswapsZinsswaps sind die meistverwendete Form unter den verschiedenen Finanzswaps. Ihr Volumen betrug im Dezember 1998 bei deutschen Kreditinstituten20Ohne Auslandsfilialen und Auslandstöchter. 9541,9 Mrd. DM21Deutsche Bundesbank, Statistischer Teil des Monatsberichts, Bilanzunwirksame Geschäfte, Tabelle IV. 17..Bei einem Zinsswap (Interest Rate Swap) vereinbaren die Vertragspartner, während der vertraglich festgelegten Laufzeit periodisch Geldzahlungen auszutauschen, die sich aus den in ihrem sonstigen Geschäftverkehr begründeten Zinsverbindlichkeiten oder -forderungen ergeben, wobei die Zahlungen grundsätzlich auf dieselbe Währung lauten, aber auf einer unterschiedlichen Zinsbasis beruhen. Dabei handelt es sich regelmäßig auf der einen Seite um einen festen (fixed) und auf der anderen Seite um einen variablen (floating) Zinssatz (Coupon-Swaps).Die (Zins-)Zahlungen, die während der Vertragslaufzeit periodisch ausgetauscht werden, berechnen sich auf Grundlage eines für beide Vertragspartner identischen und währungsgleichen Kapitalbetrags (Nominalbetrags). Neben den Coupon-Swaps werden bei so genannten Basisswaps verschiedene Arten von variablen Zinssätzen getauscht (z. B. Prime Rate gegen G-Monats-LIBOR). Ein Austausch der zu Grunde liegenden Kapitalbeträge selbst findet dabei nicht statt22Decker, WM 1990, 1001, 1002; Füllbier, ZIP 1990, 544, 545 f.; Schäfer, ZIP 1986, 1304; Häusler (Fn. 3), S. 103; Bosch, WM 1995, 365, 372; Schwintowski/Schäfer (Fn. 16), § 14 Rdnr. 4; Scharpf/Luz (Fn. 9), S. 384; Erne (Fn. 15), S. 20, 44 f.; Lerbinger (Fn. 13), S. 8 f.; Binkowski/Beeck (Fn. 16), S. 42 ff.; Peters (Fn. 15), S. 14; Ammann (Fn. 15), S. 18; Kümpel, WM 1986, 661, 667 f.; Pohl, AG 1992, 425, 425; Graf v. Bernstorff (Fn. 12), S. 58; Ebenroth/Messer, ZVglRWiss 1988, 1, 3 f..Vereinfacht ausgedrückt ist ein Zinsswap somit der Austausch von Zinszahlungen zwischen zwei Partnern in derselben Währung23Binkowski/Beeck (Fn. 16), S. 42..2. WährungsswapsWährungsswaps sind die am wenigsten verwendete Form der Finanzswaps. Ihr Volumen betrug im Dezember 1998 bei deutschen Kreditinstituten lediglich 171,3 Mrd. DM24Deutsche Bundesbank, Statistischer Teil des Monatsberichts, Bilanzunwirksame Geschäfte, Tabelle IV.17..Bei einem Währungsswap (Cross Currency Swap) wird die Kapitalsumme einer bestimmten Währung einschließlich Zinszahlungen in eine wertgleiche Kapitalsumme einer anderen Währung einschließlich Zinszahlungen bei gleicher Laufzeit zu entweder beiderseitig festen (fixed) oder beider-seitig variablen (floating) Zinssätzen und zu einem vereinbarten Wechselkurs getauscht.Im Unterschied zum Zinsswap werden hier die Kapitalsummen zu Beginn und am Ende real ausgetauscht, wobei dieser Austausch der Zahlungsströme in unterschiedlichen Währungen, beruhend auf derselben Zinsbasis, durchgeführt wird.Bei einem Währungsswap werden in der Regel Zinszahlungen zu Festzinssätzen (»fixed to fixed«) getauscht. Daneben gibt es aber auch Währungsswaps, bei denen der Austausch von Zinszahlungen zu variablen Zinssätzen (»floating to floating«) erfolgt. Beiden ist aber gemeinsam, dass die auszutauschenden Kapitalbeträge jeweils beidseitig auf festen oder variablen Zinssätzen und somit auf derselben Zinsbasis beruhen.Bei einem Währungsswap handelt es sich daher um den Austausch von Finanzmitteln in unterschiedlichen Währungen zu einem vereinbarten Wechselkurs (üblicherweise zum aktuellen Kassakurs). Es findet während der Laufzeit periodisch ein Austausch von Zinszahlungen auf der Grundlage der vereinbarten Kapitalsumme und des vereinbarten Zinssatzes statt. Der Rücktausch des ursprünglichen Betrags erfolgt bei Fälligkeit wiederum zu einem vereinbarten Wechselkurs (z. B. Terminkurs oder ursprünglicher Wechselkurs).Die Zahlungen erfolgen damit beim Währungsswap in drei Phasen:- Anfangstransaktion,- Zinstransaktion und- Schlusstransaktion25Lerbinger (Fn. 13), S. 4 f.; Scharpf/Luz (Fn. 9), S. 394 ff.; Decker, WM 1990, 1001, 1003; Füllbier, ZIP 1990, 544 f.; Häusler (Fn. 3), S. 105 f.; Bosch, WM 1995, 365, 371; Schwintowski/Schäfer (Fn. 16), § 14 Rdnr. 6; Erne (Fn. 15), S. 25, 55; Binkowski/Beeck (Fn. 16), S. 44 f.; Peters (Fn. 15), S. 10 ff.; Ammann (Fn. 15), S. 24 f.; Pohl, AG 1992, 425; Graf v. Bernstorff (Fn. 12), S. 139 f.; vgl. Ebenroth/Messer, ZVglRWiss 1988, 1, 4..Ganz vereinfacht ausgedrückt ist ein Währungsswap der Austausch von Kapital- und Zinsbeträgen zwischen zwei Partnern in unterschiedlichen Währungen26Binkowski/Beeck (Fn. 16), S. 44..Der Währungsswap ist vom Devisenswap27Wird auch als »reiner Währungsswap« bezeichnet. abzugrenzen. Bei einem Devisenswap werden Kapitalbeträge in verschiedenen Währungen ohne die zugehörigen Zinsverpflichtungen ausgetauscht. Der Rücktausch erfolgt, auch anders als beim Währungsswap, in der Regel zum marktüblichen Terminkurs im Zeitpunkt der Anfangstransaktion. Die unterschiedliche Verzinsung der Kapitalbeträge in den beiden Währungen wird im Devisenterminkurs als Report oder Deport berücksichtigt. Beim Devisenswap handelt es sich um eine Kombination aus einem Devisenkassa- und einem Devisentermingeschäft. Daraus ergibt sich, dass Devisenswaps als eine Unterart des Devisentermingeschäfts zu bilanzieren sind28Scharpf/Luz (Fn. 9), S. 397; Häusler (Fn. 3), S. 105; Decker, WM 1990, 1001, 1003; Jahn, in: Schimansky/Bunte/Lwowski (Fn. 3), § 114 Rdnrn. 4, 13; Kümpel, Bank- und Kapitalmarktrecht, 1995, Rdnr. 13.142; Graf v. Bernstorff (Fn. 12), S. 141..Bei einem Währungsswap müssen sich zwei Parteien finden, die in Bezug auf Laufzeit, Betrag und Zinszahlungstermine harmonisierende, in Bezug auf Währung aber unterschiedliche Kapitalinteressen haben und die im Verhältnis zueinander jeweils über einen relativen Standing-Vorteil verfügen, diesen Vorteil jedoch bereits ausgenutzt haben, indem sie schon vorher entsprechende Kapitalverpflichtungen eingegangen sind29Häusler (Fn. 3), S. 106.V. OptionenOptionen werden gegenwärtig im Freiverkehr (OTC) und an den Börsen gehandelt, wobei sie im letzteren Fall einer Standardisierung unterliegen30Häusler (Fn. 3), S. 58; Trinkhaus & Burkhardt, Leitfaden für die Optionsscheinanlage, 1997, S. 8; Graf v. Bernstorff (Fn. 12), S. 30 f.. Bei Optionsgeschäften (Optionsvertrag) erwirbt der Käufer (Optionsberechtigter) gegen Bezahlung eines Optionspreises (Optionsprämie) das Recht, aber nicht die Pflicht, einen bestimmten Basiswert (underlying) oder eine bestimmte Menge eines Basiswertes zu einem im Voraus festgelegten Preis (Basispreis/Strikepreis/Optionspreis) innerhalb einer bestimmten Laufzeit (»amerikanische Option«) oder an einem bestimmten Verfallstag (»europäische Option«) zu kaufen (Call-Option) oder zu verkaufen (Put-Option). Der Verkäufer (Stillhalter) einer Option ist andererseits bei der Ausübung der Option durch den Käufer verpflichtet, eine bestimmte Menge des Basiswertes zu einem im Voraus festgelegten Preis innerhalb einer bestimmten Laufzeit oder an einem bestimmten Verfallstag zu liefern (Call-Option) oder abzunehmen (Put-Option).Auf Grund dieser Verpflichtung hat der Verkäufer im Gegensatz zum Käufer keine Wahlmöglichkeit. Der Stillhalter wird hierfür durch eine Optionsprämie entschädigt31Häusler (Fn. 3), S. 58; Scharpf/Luz (Fn. 9), S. 279 ff.; Kümpel (Fn. 28), Rdnr. 13.86 ff.; Rudolph, in: Rudolph/Scharpf/Epperlein (Fn. 3), S. 48, 147 ff.; Harter, in: Harter/Franke/Hogrefe/Seger, Wertpapiere in Theorie und Praxis, 4. Aufl. 1993, S. 94 ff.; Schwintowski/Schäfer (Fn. 16), § 13 Rdnr. 12; Graf v. Bernstorff (Fn. 12), S. 19 ff.; Trinkhaus & Burkhardt (Fn. 30), S. 8; Deutsche Bank, Basisinformation über Börsentermingeschäfte, 1993, S. 10; Kienle, in: Schimansky/Bunte/Lwowski (Fn. 3), § 106, Rdnrn. 55 ff..Die Parteien haben bei einem Optionsgeschäft unterschiedliche Chancen und Risiken. Nur der Käufer hat die Möglichkeit, wenn dies für ihn von Vorteil ist (»option in the money«), die Option innerhalb der Frist oder am Fälligkeitstag auszuüben. Wenn die Ausübung der Option für den Optionsnehmer jedoch nicht von Vorteil ist (»option out of money«), kann er auf die Ausübung verzichten und die Option verfallen lassen. Hierbei trägt er nur das kalkulierbare Risiko des Verlusts der Optionsprämie. Im Gegensatz dazu sind die Gewinnchancen für den Optionsverkäufer (Stillhalter) auf die Optionsprämie begrenzt, und er trägt auf der anderen Seite ein unbegrenztes Verlustrisiko32Scharpf/Luz (Fn. 9), S. 281 f.; Kümpel (Fn. 28), Rdnrn. 13.90 ff.; Schwintowski/Schäfer (Fn. 16), § 13 Rdnr. 18.. Darüber hinaus haben beide Parteien die Möglichkeit, bei Bestehen eines liquiden Sekundärmarktes durch ein entsprechendes Gegengeschäft ihre Position während der Laufzeit glattzustellen33Häusler (Fn. 3), S. 68 f..Die am häufigsten gebrauchten Basiswerte von Optionen sind Aktien und Aktienindizes, Devisen, Swaps, Zinssätze oder -papiere, Rohstoffe, Indizes und Optionen selbst. Daneben sind auch hier dem Einfallsreichtum in Bezug auf den Basiswert keine Grenzen gesetzt34Häusler (Fn. 3), S. 67, 73 ff.. Regelmäßige Gründe, ein Optionsgeschäft einzugehen, sind die Aspekte hedging, arbitrage und Spekulation35Rudolph, in: Rudolph/Scharpf/Epperlein (Fn. 3), S. 47; Schwintowski/Schäfer (Fn. 16), § 13 Rdnr. 16; Scharpf/Luz (Fn. 9), S. 306 f..VI. Optionsarten (Unterschiede zum Termingeschäft, Preisbildung)Wie oben bereits erwähnt, unterscheidet man zwischen Optionen, die im Freiverkehr gehandelt werden (OTC), und denstandardisierten Optionen, die an den Börsen gehandelt werden. Man differenziert weiterhin unverbriefte Optionen, um die es im Folgenden geht, und verbriefte Optionen, so genannte Optionsscheine oder warrants36Häusler (Fn. 3), S. 58 f.; Scharpf/Luz (Fn. 9), S. 280.. Die unverbrieften Optionen unterteilt man ganz grundsätzlich in Call- und Put- Optionen, je nachdem, ob der Optionsnehmer das Recht hat, einen bestimmten Basiswert zu kaufen oder zu verkaufen37Häusler (Fn. 3), S. 66 f.; Kümpel (Fn. 28), Rdnr. 13.86; Harter, in: Harter/Franke/Hogrefe/Seger (Fn. 31), S. 95 f.; Graf v. Bernstorff (Fn. 12), S. 19.. Die Optionsart ist vom jeweiligen Basiswert abhängig und kann dadurch, je nach Basiswert, in verschiedene Klassen eingeteilt werden38Häusler (Fn. 3), S. 67..Von den Optionen sind die Termingeschäfte abzugrenzen. Unter den Begriff »Termingeschäfte« fallen alle Kauf- und Verkaufsverträge, bei denen Vertragsabschluss und Vertragserfüllung auseinander fallen, die Konditionen für den Erfüllungstermin aber bereits bei Vertragsschluss fest vereinbart werden. Auch Termingeschäften liegen unterschiedliche Basiswerte zu Grunde.Termingeschäfte sind die außerbörslich gehandelten, nicht standardisierten, auf Individualvereinbarungen beruhenden Forwards oder Forward Rate Agreements (FRA's) und die standardisierten, an den Börsen gehandelten Futures oder Financial Futures39Häusler (Fn. 3), S. 81 ff., 343; Kienle, in: Schimansky/Bunte/Lwowski (Fn. 3), § 106 Rdnrn. 1 ff..Der entscheidende Unterschied zwischen Termingeschäften und Optionen besteht darin, dass bei Optionen das Verlustrisiko auf die Optionsprämie beschränkt ist, bei Termingeschäften hingegen auf Grund der Zahlungs- und Abnahmeverpflichtung das Verlustrisiko grundsätzlich unbeschränkt ist. Bei einem Termingeschäft handelt es sich um ein unbedingtes Geschäft, da für die Parteien kein Wahlrecht bezüglich der Ausübung des Rechts besteht. Bei der Option handelt es sich im Gegensatz dazu auf Grund der einseitigen Wahlmöglichkeit um ein bedingtes Geschäft. Daher spricht man bei einer Option auch von einem asymmetrischen und bei Termingeschäften von einem symmetrischen Risiko40Trinkhaus & Burkhardt (Fn. 30), S. 8; Häusler (Fn. 3), S. 82 f.; Kienle, in: Schimansky/Bunte/Lwowski (Fn. 3), § 106, Rdnr. 32..Bei Optionen muss weiterhin zwischen dem Basispreis und dem Optionspreis (Optionsprämie) unterschieden werden. Der Basispreis ist der bei Vertragsschluss fest vereinbarte Preis, zu welchem der Optionsnehmer berechtigt ist, den Basiswert zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put)41Häusler (Fn. 3), S. 68..Optionspreis ist der vom Käufer an den Verkäufer zu bezahlende Kaufpreis der Option. Er ergibt sich grundsätzlich aus verschiedenen Faktoren. Faktoren für die Bemessung des Preises sind die Art der Option (Call/Put), Angebot und Nachfrage, der innere Wert (Intrinsic Value; Vorteil einer sofortigen Ausübung der Option durch die Differenz zwischen Basispreis und aktuellem Kassakurs bzw. Terminkurs bei Devisen), der Zeitwert (Time Value; ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Optionspreis und dem inneren Wert der Option), die Art der Ausübung (»amerikanische« oder »europäische« Option), der Basispreis, die Restlaufzeit (Option verliert an Zeitwert je näher der Verfallstag kommt) sowie die Volatilität des Basiswertkurses (Preisschwankungen des Basiswertes), das Zinsniveau und die Dividenden42Häusler (Fn. 3), S. 69 ff.; Harter, in: Harter/Franke/Hogrefe/Seger (Fn. 31), S. 96 ff.; Scharpf/Luz (Fn. 9), S. 291 ff.; Graf v. Bernstorff (Fn. 12), S. 21 ff..Der Optionspreis wird in der Praxis durch die oben aufgeführten Faktoren mithilfe mathematischer Formeln bestimmt. Hierzu dient unter anderem als das bekannteste Modell - das Black-Scholes-Modell43Häusler (Fn. 3), S. 71; Harter, in: Harter/Franke/Hogrefe/Seger (Fn. 31), S. 99; Scharpf/Luz (Fn. 9), S. 297 f.; Graf v. Bernstorff (Fn. 12), S. 23 f..

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