R&W Abo Buch Datenbank Veranstaltungen Betriebs-Berater
Logo ruw-online
Logo ruw-online
Suchmodus: genau  
 
 
BB 2025, 2035
 

Im Blickpunkt

Abbildung 16

Hohe Entgeltfortzahlungen für Arbeitgeber: Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, dass sich seit 2010 die Summe der Entgeltfortzahlungen mehr als verdoppelt hat (PM vom 21.8.2025). Rund 82 Mrd. Euro mussten Arbeitgeber im Jahr 2024 für erkrankte Mitarbeiter aufbringen. Das entspricht dem Vierfachen des Krankengeldes und gut einem Viertel aller Aufwendungen der Gesetzlichen Krankenversicherung, so die Studie. Der gestiegene Krankenstand ist dabei nur ein Grund für die Summe, wie die IW-Studie zeigt. Die Gründe sind vielseitig. So hat angabegemäß beispielsweise auch die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt dazu beigetragen. 2024 habe es so viele Erwerbstätige wie noch nie gegeben, dementsprechend zahlten die Unternehmen auch mehr Gehälter. Auch die generelle Lohnentwicklung spielte eine Rolle. Sobald die Löhne steigen, erhöhen sich automatisch auch die Gehaltszahlungen im Krankheitsfall. Kurzum: Selbst, wenn der Krankenstand über die Jahre unverändert geblieben wäre, hätten Unternehmen mehr Geld für ihre erkrankten Mitarbeiter zahlen müssen. Um die Unternehmen zu entlasten, sei es dringend notwendig, diese Kosten zu reduzieren. Eine Idee wäre gemäß der Studie die Einführung sogenannter Karenztage. Damit würde entweder die Gehaltszahlung für einige Tage ausgesetzt, oder das Gehalt für einen bestimmten Zeitraum auf niedrigerem Niveau weitergezahlt werden. Ein anderes Konzept könnte sein, die Dauer der Entgeltfortzahlung auf sechs Wochen – trotz neuer Diagnose – pro Jahr zu begrenzen. “In der Regel haben Unternehmen bereits gute gesundheitsrelevante Arbeitsbedingungen”, sagt Studienautor und Ökonom Jochen Pimpertz. “Will die Politik sie entlasten, muss sie an die Lohnnebenkosten ran. Das würde die Wachstumsimpulse der Bundesregierung unterstützen, statt sie zu bremsen.”

Prof. Dr. Christian Pelke, Ressortleiter Arbeitsrecht

 
stats