Im Blickpunkt
Die COVID-19-Pandemie hält die Welt auch nach über sechs Monaten seit ihrem Ausbruch in Deutschland fest im Griff. Langsam aber sicher ergreifen erste Unternehmen einschneidende Maßnahmen. Ende September kündigte der Disney-Konzern an, in Amerika insgesamt 28 000 Beschäftigte zu entlassen (FAZ online vom 30.9.2020). Das Unternehmen leide wegen der Corona-Krise vor allem in den Tourismusbereichen unter erheblichen Umsatzeinbußen. In den drei Monaten bis Ende Juni war dort ein Umsatzrückgang von 85 % zu verzeichnen. Während sich bisher in Europa (auch) dank des Instruments der Kurzarbeit Massenentlassungen in diesen Ausmaßen vermeiden ließen, versucht das Tourismus-Komitee des EU-Parlaments diesem Trend entgegenzuwirken (EU-Parlament, PM vom 23.9.2020). Auch in Europa stehe die Tourismusbranche in Anbetracht fehlender einheitlicher Regelungen kurz vor dem Zusammenbruch. Europaweit seien rund 22 Mio. Arbeitsplätze bedroht. Daher fordert das Komitee ein Budget von 300 Mio. Euro über einen Zeitraum von sieben Jahren für den Tourismussektor, um u. a. einheitliche Hygiene- und Einreisebestimmungen festzulegen. Auch auf nationaler Ebene werden die Einschnitte der letzten Monate bemerkbar. Ein Absturz des Arbeitsmarktes konnte zwar dank der Kurzarbeit größtenteils verhindert werden. Die Bundesagentur für Arbeit geht jedoch nach wie vor von rund fünf Mio. Beschäftigten in Kurzarbeit aus (Tagesschau online vom 24.9.2020). Derzeit prüfe die Bundesagentur für Arbeit in rund 2 100 Fällen den Missbrauch von Kurzarbeit. Der Schaden wird derzeit auf 6,3 Mio. Euro geschätzt.
Rebecca Marlow, Redakteurin Arbeitsrecht